Nicht immer wird die Polizei gerufen

Der Panoramaradweg Niederbergbahn am Mittwochmittag am Freizeitpark Nordstadt. Bild : Detlev Kreimeier WAZ FotoPool
Der Panoramaradweg Niederbergbahn am Mittwochmittag am Freizeitpark Nordstadt. Bild : Detlev Kreimeier WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Nutzer berichten von Auseiandersetzungen zwischen Radfahrern, Fußgängern mit und ohne Hund sowie Rollschuhläufern.

Velbert..  Der vor einem Jahr eröffnete Panoramaradweg Niederbergbahn gehört zu den Vorzeigeprojekten aller daran beteiligten Städte, denn nicht zuletzt wurde hiermit Niederberg auch für Radfahrer erschlossen. Seither wird die Strecke aber auch von Spaziergängern mit und ohne Hund sowie von sportlichen Läufern mit Rollschuhen genutzt. Ausgeschlossen ist jedoch alles, was motorisiert ist.

Vereinzelt wurde in dem zurückliegenden Jahr von Unfällen berichtet, die sich aus dem Zusammentreffen von Radfahrern und Fußgängern entwickelten. Anfang Juli berichtete die WAZ zuletzt von einem Radfahrer in Tönisheide, der einen aus dem Gebüsch auf den Radweg springenden Jungen erfasste und verletzte.

Betrunkene Radfahrer

Wie empfinden die Nutzer des Panoramaradwegs im Velberter Stadtgebiet selbst das Miteinander der verschiedenen Verkehrsteilnehmer? Die WAZ schaute vor Ort nach.Grundsätzlich trifft wohl zu: Die meiste Zeit des Tages sind nur vereinzelt Radfahrer anzutreffen, über weite Strecken herrscht fast immer völlig freie Fahrt. „Am Wochenende ist das anders“, hat Hans Longerich aus Wülfrath beobachtet. Auf seinem Weg nach Velbert-Mitte hat er auf Höhe des Autohauses Huppert schon die heftigsten Auseinandersetzungen erlebt. „Rücksichtslosigkeiten gibt es auf allen Seiten, besonders aber bei den Menschen, die mit ihren Zweirädern sehr schnell nebeneinander fahren und so zum Risiko für Fußgänger werden“, so Longerich. Indira Anders aus Tönisheide, für die der Panoramaradweg „ein Glücksfall“ ist und den sie auch als Weg zur Arbeit auf dem Rad nutzt, bestätigt Hans Longerich. „Nebeneinander auf voller Breite zu fahren ist ein Problem, aber auch Fußgänger und Wanderer, die den asphaltierten Weg für Plauschs nutzen oder dort in größeren Gruppen zusammen stehen, können für Radfahrer zum Hindernis werden und das Unfallrisiko steigern“, sagt sie.

Samstags spät abends hat Martha Herbert eine weitere Spezies Radfahrer kennengelernt – „sternhagelvoll zog da einer seine Bahnen und hat mich fast umgefahren“, schimpft die Seniorin. Alle Befragten berichteten von zumeist kleineren, aber auch größeren Konflikten, die zwischen den Radwegnutzern ausgetragen wurden. „Nicht in jedem Fall wird da gleich nach der Polizei gerufen“, betont die Schülerin Laura Schmidt, die von Wülfrath aus öfter die ehemalige Bahnstrecke nutzt, um Klassenkameradinnen in Velbert zu besuchen und auch schon frei laufende Hunde in Speichenräder springen sah.

Würden Markierungen – wie früher auf dem Weg rund um den Baldeneysee – helfen, die Gruppen zu trennen und so Probleme zu verhindern? Martha Herbert: „Vielleicht sollte sich jeder auf dem Panoramaradweg mit dem Vorsatz bewegen, seinem Nächsten nicht zur Gefahr zu werden!“

 
 

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