Nevigeser Blogger mit begehrtem Grimme Preis ausgezeichnet

Freut sich über den begehrten Grimme Online Award: Norbert Molitor.
Freut sich über den begehrten Grimme Online Award: Norbert Molitor.
Foto: WAZ FotoPool
Hohe Auszeichnung für den Nevigeser Norbert Molitor: Für seinen Blog „42553 Neviges“ wurde er in Köln mit dem begehrten Grimme Online Award ausgezeichnet. Die Jury bezeichnet seinen Beitrag als „Perle dieser Disziplin“. Molitor selbst sagt, er habe nie mit dem Preis gerechnet.

Neviges..  Noch nie in seinem Leben hat er einen ersten Preis gewonnen, so sagt Norbert Molitor. Und jetzt das: Der Nevigeser ist in Köln für seinen Blog „42553 Neviges“ mit dem begehrtesten Preis ausgezeichnet worden, den es für Veröffentlichungen im Internet gibt: dem Grimme-Online-Award.

Dass er in der Kategorie „Kultur und Unterhaltung“ ganze Teams von Arte und WDR hinter sich ließ, kann der 68-Jährige noch immer nicht ganz fassen. „Damit hätte ich nie, nie gerechnet, ich war völlig überrascht.“ Und daher war er auch erst überhaupt nicht aufgeregt, als er am Freitagabend in Köln den Saal betrat und seinen Fuß auf den roten Teppich setzte. „Bei der Nominierung war das schon etwas anderes. Aber Freitagabend, was sollte da schon passieren?“

Liebevoll kritisches Auge

Zunächst passierte tatsächlich nichts. Die Jury rief ein Team der Züricher Zeitung – „ziemlich coole Typen“ – auf die Bühne, Norbert Molitor lehnte sich mehr entspannt als enttäuscht in seinem Stuhl zurück. Seine Gefühl, so dachte er da noch, hatte ihn nicht getäuscht. Dann der Moment, den er wohl nie im Leben vergessen wird. „Die Moderatorin sagte dann plötzlich: Dann haben wir hier da noch etwas ganz besonderes: 42553 Neviges.“ Und dann? „Ich glaube, ich habe erst mal gar nichts gesagt.“ Wurde sein Blogg doch „als besondere Perle dieser Disziplin“ gewertet.

Überrascht und baff waren dann auch alle anderen im Saal. Nämlich, als Norbert Molitor, der seine Kamera und seinen Notizblock stets dabei hat, wenn er durch Neviges zieht, gefragt wurde, wie lange er den für einen Beitrag brauche. „Text zehn Minuten, Foto eine Minute, dann ist das erledigt.“

Was für Molitor alltäglich ist, wertete die Jury folgendermaßen. „Mit liebevoll-kritischem Auge und charmant-ironischem Schreibstil entwirft er ein literarisches und visuelles Panoptikum einer Kleinstadttristesse, das man schlicht ,Genuss’ nennen muss. Molitors Zutaten sind qualitativ herausragende Fotografien dieser niederbergischen Ortschaft, in denen Alltägliches, Kurioses, Allzumenschliches kunstvoll in Schwarz-Weiß ausgeleuchtet wird.“ Molitor beweise, dass „Vor-Ort-Berichterstattung anspruchsvoll-künstlerisch sein kann“. Dabei verzichte er bewusst auf jegliche „Extra-Gimmicks“, so lobt die Jury weiter.

Wird jetzt erstmal gefeiert? Norbert Molitor winkt ab. „Ach was, ich mach ganz normal weiter.“ Mit Kamera, Notizblock und einem unbestechlichem Blick für die oft versteckten Schönheiten seines Neviges.

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