Neue Rolle für alte Brücke

Foto: WAZ FotoPool
Die Technischen Betriebe Velbert sind zuversichtlich, bis Mitte Juli den Velberter Teil des Panoramaradweges fertiggestellt zu haben.

Velbert.. Über lange Jahre – der Personenverkehr ist bereits 1961 eingestellt worden – sah es ganz so aus, als sollte der Viadukt über das Eulenbachtal ebenfalls auf ewig zum Ruhestand verdonnert sein. Doch schon bald wird auch die „Saubrücke“ wieder eine wichtige, tragende Rolle spielen. Nämlich im Zuge des „Panoramaradwegs Niederbergbahn“.

Zurzeit laufen dort die notwendigen, aufwändigen Sanierungsarbeiten auf Hochtouren. „Wir müssen jetzt Gas geben“, sagt Olaf Rakowski beim Baustellen-Termin mit der WAZ mit Blick auf den Zeitplan. Doch lässt der Projektverantwortliche, bei den Technischen Betrieben (TBV) Sachgebietsleiter für Straßen- und Entwässerungsneubau, keinen Zweifel daran, dass der Eröffnungstermin am 16. Juli nicht wackelt. „Schaffen wir, das ist kein Thema!“ bekräftigt der Bau-Ingenieur.

Gut 170 Meter lang und in der Mitte immerhin luftige 36 Meter hoch ist die laut TBV-Unterlagen anno 1915 erstellte Natursteinbrücke mit ihren sieben, teils mächtigen Gewölben. Sie gehört zu den insgesamt fünf Brücken – die beiden über die Friedrich- und Friedrich-Ebert-Straße führenden Bauwerke gelten als ein Brückenzug – im Verlauf des 9,5 Kilometer langen Velberter Abschnitt des Drei-Städte-Radwegs von Heiligenhaus bis Wülfrath. Sie sind selbstverständlich allesamt im Vorfeld von einem Ingenieur geprüft worden. Rakowski: „Standfestigkeit und Tragfähigkeit sind bei allen gegeben.“

Im ersten Schritt ist auf der Saubrücke der Schotter der alten Bahntrasse entfernt und dann eine Betonschicht als Trägerschicht für die Abdichtung aus Bitumen-Bahnen aufgebracht worden. Eine neue Entwässerung gibt’s ebenfalls. Obendrauf kommt abschließend noch eine zweischichtige, ca. acht Zentimeter dicke Gussasphaltdecke. Und fertig! Na ja – jedenfalls fast.

Denn da die betagte Gewölbebrücke 1995 als „imposantester Zeuge der aufgelassenen Bahnstrecke“ unter Denkmalschutz gestellt worden ist, müssen die Arbeiter zuletzt noch das alte Geländer komplett aufarbeiten und denkmalgerecht herrichten. Überdies wird beiderseits über die gesamte Länge eine ganz neue, 2,80 Meter hohe Absturzsicherung aus Stahl-Rahmen und -Pfosten montiert.

Die Herrichtung dieses Viaduktes läuft parallel zu den Sanierungsarbeiten an dem Brückenzug Friedrich-/Friedrich-Ebert-Straße und kostet rund 600 000 €. Davon entfallen allein 150 000 € auf die Absturzsicherung.

 

EURE FAVORITEN