Nachholbedarf in den Städten

Unter der Piratenflagge will die Partei in den Landtag segeln. Foto: Joerg Sarbach
Unter der Piratenflagge will die Partei in den Landtag segeln. Foto: Joerg Sarbach
Foto: dapd
Mit dem für Finanzen im Landesverband NRW zuständigen „Büropiraten“Gabriel Heinzmann-Jiménez, Kandidat für den Wahlkreis Mettmann, sprach WAZ-RedakteurMatthias Spruck.

Velbert.. Umfragen vor der Landtagswahl im Mai ergeben, dass es sowohl für die FDP wie die Linkspartei eng werden könnte mit dem Wiedereinzug in den Düsseldorfer Landtag. Ganz anders die Piratenpartei: Die 2006 gegründete Partei spürt auch in NRW Auftrieb. Mit dem für Finanzen im Landesverband NRW zuständigen „Büropiraten“ Gabriel Heinzmann-Jiménez, Kandidat für den Wahlkreis Mettmann, sprach WAZ-Redakteur Matthias Spruck.

Herr Heinzmann-Jiménez, waren Sie schon einmal in Velbert?

Ja, seit November veranstaltet die Piratenpartei Velbert alle 14 Tage mittwochs in der Gaststätte Flux einen Stammtisch, immer am ersten Mittwoch im Monat tagt dort unser Arbeitskreis Kommunalpolitik. Bei beiden Terminen können sich Interessierte mit den Piraten und ihrer politischen Programmatik vertraut machen. Ich bin auch oft dabei, habe als Ratinger Kontakt zu Velberter Piraten und kenne die Situation in Velbert.

Warum sollten Velberter bei der Landtagswahl der Piratenpartei ihre Stimme geben?

Wir stehen wie keine andere Partei für den Anspruch, Politik transparent zu machen. Es ist uns wichtig, stets engen Kontakt zu den Bürgern zu haben, denn über diesen Weg werden deren Wünsche und Anregungen gleich weitergetragen und berücksichtigt.

Auch die Kandidaten und Mandatsträger der etablierten Parteien bieten Sprechstunden für die Bürger an.

Aber bei den so genannten etablierten Parteien haben die Bürger nicht die Mitwirkungsmöglichkeiten, die wir ihnen anbieten.

Wie regional ist Ihre Partei verwurzelt? Die Piraten sind doch bislang eigentlich nur in Großstädten und Stadtstaaten erfolgreich.

Auf Landesebene sind wir programmatisch voll präsent, für alle wichtigen Politikfelder wie Bildung, Soziales oder Wirtschaft haben wir Piraten, die vom Fach sind. Am 21./22. April veranstalten wir einen programmatischen Landesparteitag, wo wir die Diskussionsprozesse für unser NRW-Programm abschließen. Auf Kreis- und Kommunalebene haben wir dagegen in der Tat noch Nachholbedarf.

Werden Sie auch vor Ort Wahlkampf machen?

Im Kreis Mettmann wir man Piraten in verschiedenen Städten beim Straßenwahlkampf antreffen – in Velbert, Ratingen Mettmann, Monheim. Ein wichtiges Thema wird dabei Fracking sein – der Schutz der Umwelt vor nachhaltigen Schäden. Für dieses Thema veranstalten wir am 31. März einen Aktionstag. Uns ist bewusst, dass unsere Chancen bei der Landtagswahl erheblich davon abhängen, wie präsent wir als Wahlkämpfer in der Öffentlichkeit sind. Wir müssen ansprechbar sein, wenn wir mit unseren Plakaten und den Flyern auftauchen.

Könnten Sie sich vorstellen, Berufspolitiker zu werden?

Mittlerweile kann ich das. Ich interessiere mich für Bildungsfragen und die Sozialpolitik. Hier kämpfe ich besonders für das Sozialticket, denn jede Einschränkung von Mobilität ist diskriminierend.

 

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