Nabu Velbert macht Gullys und Straßenränder krötensicher

Natalie Bethke
Damit die Kröten nicht in den Gully fallen, bringen Frank Todt, Regina Karge, Sarah Grossmann, Nicole Fangmann und Detlef Altenfeld (v.l.) ein Fangnetz an.
Damit die Kröten nicht in den Gully fallen, bringen Frank Todt, Regina Karge, Sarah Grossmann, Nicole Fangmann und Detlef Altenfeld (v.l.) ein Fangnetz an.
Foto: H.W. Rieck
Velberter Tierschützer sichern derzeit wieder Gullys und Straßenränder, damit Kröten und Molche sicher ihre Laichgebiete erreichen.

Das Wetter wird wärmer und die Abende zunehmend heller – perfekte Bedingungen für Kröten, Molche und Frösche, sich aus der Erde zu buddeln und auf Wanderschaft zu ihren Laichplätzen zu begeben. Ziele sind Teiche wie etwa der Am Wasserfall. Hier herrschen beste Bedingungen. „Es passt einfach, feuchte Umgebung durch das Wasser und den Wald“, sagt Frank Todt, Nabu-Beauftragter in Velbert. Ab nächster Woche werden die Molche und Erdkröten aus bis zu drei Kilometern Entfernung hierhin wandern.

Die meisten werden durch das Leitsystem an den seitlichen Straßengräben zu einer Unterführung geführt. Durch diese Krötentunnel können die kleinen Amphibien sicher auf die andere Straßenseite gelangen. Allein „Am Wasserfall“ befinden sich drei Querungen unter der Straße. „Uns erleichtert es auch die Arbeit und die Tiere müssen nicht an den Zäunen verharren, bis wir sie rübertragen“,erklärt Regina Karge, Mitglied im Nabu. Vergangene Woche wurden die Tunnel allesamt von den Technischen Betrieben Velbert (TBV) gereinigt, um sie für die Krötenwanderung auf Vordermann zu bringen. „Die TBV schaffen optimale Voraussetzungen für die Rettung der Arten in Velbert“, lobt Karge.

Trotzdem gelangen immer wieder Kröten und Molche auf die Straße. Sie fallen dann oft in die Gullys (offiziell: Senkkästen). Dort kommen die Tiere allein nicht heraus. Deshalb wurden hier Fangnetze eingesetzt, so können die Kröten und Molche aus eigener Kraft aus den Gullys klettern und ihre Wanderung fortsetzen. „Trotzdem müssen wir jeden Abend die Straße ablaufen“, so Karge weiter .

Unterstützt wird der Nabu von Nicole Fangmann von den TBV, die die Froschrettung in ihrer Freizeit begleitet. „Mir als Naturfreund liegt der Artenschutz nicht nur von Berufswegen am Herzen“, erläutert sie ihr Engagement. Und weil die Gullydeckel als Teil des Abwassersystems der Stadt nicht von Fremden selbstständig geöffnet werden dürfen, rückt Fangmann mit Ausrüstung der TBV an, um die Kästen gemeinsam mit dem Nabu zu sichern.

Tempo 30 einhalten

Der Nabu weist zudem noch einmal ausdrücklich auf die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h hin. Es gehe hierbei nicht nur ums Überfahren der Tiere: „Bei höherem Tempo entsteht auch im Vorbeifahren ein Unterdruck, der zu tödlichen inneren Organverletzungen der Tiere führt“, so Frank Todt. Auch aus der Mettmanner Straße wird dieses Jahr erstmalig eine 30-er Zone zum Schutz der Kröten und Molche. Hier gibt es keine Unterführung, daher müssen die Kröten über die Straße getragen werden. Nicole Fangmann zeigt sich von diesem Einsatz absolut begeistert: „Bei Wind und Wetter kontrollieren die frühmorgens die Schutzzäune, Netze und Fangeimer, das ist echt phänomenal.“

Der Nabu sucht aber stets fleißige Helfer: „Viele wissen gar nichts von der Problematik oder unserer Arbeit“, sagt Regina Karge. Nächster Termin, an dem die Freiwilligen helfen können, ist am morgigen Samstag. Dann bauen die Nabu-Mitglieder und ihre Helfer an der Mettmanner Straße ab 10 Uhr einen 400 Meter langen, kniehohen Zaun auf.