Nabu macht Velberter Straßen krötensicher

Svenja Kloos
Gully aufhebeln, Netz rein – und schon kann den Kröten nichts mehr passieren. Nicole Fangmann (Mitte) von den Technischen Betrieben passt auf, dass die ehrenamtlichen Helfer vom Nabu auch alles richtig machen.
Gully aufhebeln, Netz rein – und schon kann den Kröten nichts mehr passieren. Nicole Fangmann (Mitte) von den Technischen Betrieben passt auf, dass die ehrenamtlichen Helfer vom Nabu auch alles richtig machen.
Foto: FUNKE FOTO SERVICES
Wenn die Amphibien auf Wanderschaft gehen, werden Straßen zu Hindernissen. Ehrenamtliche Helfer machen nun auch in Velbert Gullys krötensicher und prüfen Krötentunnel.

Velbert.  Das Wandern ist . . . der Kröten Lust. Jedes Jahr im Frühling machen sich tausende Amphibien auf den Weg zu ihren Geburtsgewässern, um sich dort fortzupflanzen. Dabei müssen sie auch Straßen passieren – für viele das Todesurteil. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern kümmert sich der Naturschutzbund (Nabu) darum, dass die Tiere ihr Ziel möglichst unfallfrei erreichen.

So macht sich eine kleine Gruppe von fünf Freiwilligen am späten Montagnachmittag auf zur Straße „Am Wasserfall“. Hier sollen Netze unter die Gullydeckel gespannt werden. Mit Cuttermesser und Brechstange bewaffnet geht das Team an die Arbeit. „Viele Amphibien fallen durch die großen Schlitze in die Gullys“, sagt Regina Karge, eine der Helferinnen und Mitglied im Nabu. „Das wollen wir mit Netzen verhindern. In der Regel können die Tiere dann alleine wieder raushüpfen. Ansonsten gehen hier jeden Abend Helfer lang, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist.“

Begleitet wird die Gruppe nicht nur vom Stadtbeauftragten des Naturschutzbundes Velbert, Frank Todt, sondern auch von Nicole Fangmann, der Gewässerschutzbeauftragten der Technischen Betriebe. Sie erklärt: „Es darf nicht jeder einfach so an die Kanäle. Das muss vorher mit den TBV abgestimmt werden. Wir unterstützen die Aktion gerne, aber es muss auf jeden Fall einer von uns dabei sein.“ Zudem achtet Fangmann darauf, dass die Netze so durchlässig sind, dass das Regenwasser nach wie vor ablaufen kann und dass Fahrradfahrer durch überstehende Netzreste nicht behindert werden.

Krötentunnel werden saniert

„Am Wasserfall“ gibt es darüber hinaus drei Krötentunnel, die die Tiere unter der Straße durchführen. „Da die äußeren Randsteine an manchen Stellen abgebrochen sind, werden wir sie im Sommer sanieren“, berichtet Fangmann. Im Herbst stehe dann die Reinigung auf dem Programm. Auch im Deilbachtal in Langenberg sind Krötentunnel zu finden. Laut Todt belaufe sich die Population allein hier auf 15 000 bis 20 000 Tiere. Das bedeutet für Autofahrer: Einhalten des Tempolimits von 30 km/h. Denn je höher die Geschwindigkeit, desto höher der Druck, den ein Fahrzeug unter sich aufbaut. Durch diese Kräfte werden die inneren Organe der Tiere zerstört. An der Bleiberg-, der Mettmanner- sowie der Parkstraße sollte mit Beginn der Dämmerung ebenfalls verstärkt auf Kröte, Frosch & Co. geachtet werden. Die Wanderung beginnt bereits in den nächsten Tagen. Wie lange die Amphibien unterwegs sind, ist schwer zu sagen – sie könnten sich durchaus bis Anfang April auf den Weg machen.