Mit Herzblut für Siepen in Neviges kämpfen

Die Stadt will den Sportplatz Siepen Ende 2016 schließen. So hatte es der Rat einst beschlossen.
Die Stadt will den Sportplatz Siepen Ende 2016 schließen. So hatte es der Rat einst beschlossen.
Foto: Hans Blossey
Die Sportfreunde Siepen setzen sich für den Erhalt ihres Sportplatzes ein.Beherzte Worte des ersten Vorsitzenden blieben im BZA nicht ungehört.

Neviges.  Er ist im Siepen aufgewachsen, auf dem Spielfeld Verteidiger, doch auf der Sitzung des Bezirksausschusses stürmte er in die Herzen einiger BZA-Mitglieder. „Ich bitte Sie, wir brauchen die Unterstützung der Stadt. Wir haben Konzepte, Ideen, und eine erfolgreiche Hinrunde hingelegt. Wir würden die Sportanlage so gern übernehmen.“ Michel Schwäbe, seit März 2015 erster Vorsitzender der Sportfreunde Siepen, kämpft mit Herzblut um den Weiterbestand der Sportanlage Siepen.

Es ist der Punkt 11 der Tagesordnung, für den die Sitzung für seinen Redebeitrag unterbrochen wird. Thema: „Stand der Planungen für das Ende des regulären Sportbetriebes auf dem Sportplatz Siepen zum Endes des Jahres 2016.“ Die Stadt will den Sportplatz dicht machen, so hatte es der Rat einst beschlossen. Bestand der Verein doch seit 2013 nur noch auf dem Papier, eine Registerleiche. Bis sich im Frühling 2015 Michel Schwäbe und Paul Schock an die Spitze der SF Siepen setzten.

Jugendtraining in vollem Gange

Seitdem ist viel passiert: „Wir haben wieder eine Jugendabteilung, die zwar noch nicht den Spielbetrieb aufgenommen hat, aber von Julia Kempkens mit viel Engagement trainiert wird. Wir machen das alles vor allem für die Jugendlichen vor Ort“, sagt Michel Schwäbe im Gespräch mit der WAZ.

Von der Aufbruchstimmung hat sich auch Rainer Finkenbusch anstecken lassen, seit November wieder Trainer der SF Siepen. „Der Siepen, das ist für mich eine Herzenssache.“ Die Pachtrechte des Sportplatzes hat bis Ende 2016 der TSV Neviges, Wartung und Pflege übernehmen Stadt und Sportfreunde. „Vor den Spielen ziehen wir den Platz morgens ab, da wird jeder Hügel begradigt, später kreiden wir ihn ab.“ Alle 14 Tage, zu Heimspielen, wird die halb offene Hütte zum Verkaufsstand umfunktioniert. Was sich der junge, tatkräftige Vorstand im Gespräch mit der WAZ vor allem wünscht: „Wir würden gern wieder im Vereinshaus Tee ausschenken können, uns zum Quatschen da treffen.“

Der engagierte Auftritt des 28-Jährigen blieb auf der BZA-Sitzung nicht ohne Wirkung: „Es ist ja jetzt eine neue Situation“, gab Brigitte Djuric (SPD) zu bedenken. Auch Stefan Ludwig (CDU) sagte spontan: „Man sollte eine Hintertür für den Spielbetrieb aufrecht erhalten.“ Dazu August Friedrich Tonscheid, Velbert Anders: „Wenn irgendwo ein Pflänzchen wächst, sollte man es gießen.“ Für die Folgenutzung des Spielplatzes sei man offen, erklärte Andreas Sauerwein, Fachbereiter Immobilienservice bei der Stadt Velbert. „Fest steht nur: keine Wohnraum-Nutzung.“

Stadtsprecher Hans-Joachim Blißenbach verweist dagegen auf den bestehenden Ratsbeschluss: „Stand der Dinge ist, den Sportplatz Siepen Ende 2016 zu schließen. Zu diesem Zeitpunkt ist auch der Sportplatz Birth saniert.“

 
 

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