Mit dem Schnellbus von Velbert direkt zum Flughafen

Die Regionalbuslinie 771 steht – wie auch der 770er – bei mehreren Überlegungen und Prüfaufträgen im Fokus.
Die Regionalbuslinie 771 steht – wie auch der 770er – bei mehreren Überlegungen und Prüfaufträgen im Fokus.
Foto: WAZ FotoPool
Bei dem neuen Nahverkehrsplan des Kreises geht’s jetzt an die Detailarbeit. Vor Ort soll der ZOB für so manche Änderung und auch Verbesserung sorgen. Allerdings: Sämtliche Prüfaufträge stehen unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit

Velbert..  Noch in diesem Quartal soll der neue Rahmenplan mit Zielvorgaben für den ÖPNV im Kreistag verabschiedet werden: der auf fünf Jahre angelegte, dritte Nahverkehrsplan des Kreises Mettmann. Der Velberter Rat hat seinen Entwurf bereits abgesegnet. Das Planwerk ist jedoch quasi nur der Rahmen bzw. das Korsett, das es erst noch zu überprüfen, vor allem aber auszugestalten und dann umzusetzen gilt. Anfang Februar geht der ÖPNV-Arbeitskreis des Rates an die Detailarbeit. Umso interessanter sind denn auch die Prüfaufträge, in denen unterm Strich eine Menge ÖPNV-Zukunftsmusik steckt.

OV-Linien steuern Sportzentrum an

Das gilt nicht zuletzt auch für das Ziel, einen Schnellbus ohne Umsteigen und direkt zum Düsseldorfer Flughafen auf den Weg zu schicken. Dafür müsste zuvor allerdings der A 44-Lückenschluss Realität geworden sein. „Das Vorhaben ist für Velberter äußerst sinnvoll“, findet Jochen Bellingkrodt. Allerdings weist der Geschäftsführer der für die Überplanung zuständigen Verkehrsgesellschaft der Stadt Velbert (VGV) umgehend darauf hin, dass alle Prüfaufträge von ihrer Finanzierbarkeit abhängig seien. Ein Bus-Kilometer koste „ab 3,50 Euro“, und zwar „nur der reine Aufwand, bei einem wirklich günstigen Unternehmen“. Die Stadt müsse letztlich pro Kilometer einen Betrag zwischen 83 Cent und einem Euro aus Haushaltsmitteln ausgleichen.

Anpacken will man z. B. die „Überlagerung“ bei den Regionalbuslinien 770 und 771. Sie dienen via Heiligenhaus maßgeblich der Erreichbarkeit der S 6 in Ratingen-Hösel bzw. -Ost, fahren Bellingkrodt zufolge jedoch oft direkt hintereinander her. Deshalb gilt das Augenmerk einer „zeitlichen Entflechtung“, um das Ganze zu entzerren.

Ein wichtiges Thema ist auch die Anbindung des Sportzentrums, die aktuell lediglich vorübergehend mittels Verlängerung des 771er praktiziert wird. Mit Inbetriebnahme des geplanten Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB), so Bellingkrodt, könnten das ein bis zwei OV-Linien übernehmen. Überdies werde es mit dem ZOB wohl auch eine Taktverdichtung auf der OV 6 zwischen Velbert und Langenberg geben. Mit der Errichtung des neuen ZOB ist ohnehin die Hoffnung auf so manche Änderung und Verbesserung verknüpft, bis hin zum Abschied von künftig überflüssigen, bislang teuren Parallelverkehren.

Ebenfalls u. a. auf der Agenda: die Überprüfung der Nachtexpress-Linien. Das betrifft, wie der gelernte Verkehrsplaner im Gespräch mit dieser Zeitung weiter erläuterte, sowohl die Achse nach Heiligenhaus – hier kommen dann erneut der 770er und der 771er mit ins Spiel –, als auch die innerörtliche Achse Velbert-Mitte – Tönisheide – Neviges.

Stärken und Schwächen im Blick

Am Anfang der Vorarbeiten für den Nahverkehrsplan stand eine Bestandsaufnahme, die auch die jeweiligen städtebaulichen Planungen vor Ort berücksichtigt hat. Die Gutachter haben dann das bestehende Netz darübergelegt, den Vergleich gezogen, Standards formuliert – und die Stärken und Schwächen analysiert. „Wir kommen da wirklich relativ gut weg“, resümiert Jochen Bellingkrodt (VGV).

Negativ verbucht werden u. a. „wenige kleinere Erschließungsdefizite“, und das vor allem in den Siedlungsrandlagen. So auch das Wohngebiet westlich der Innenstadt im Bereich Zur Sonnenblume. Die Gutachter monieren ferner ein „unübersichtliches Linienangebot“ auf diversen Relationen: Das gilt aus ihrer Sicht z. B. für Langenberg – Innenstadt, Langenhorst – Innenstadt und Klinikum Niederberg – Innenstadt.

Auf Missfallen trifft zudem der „umwegige“ Velberter „Verkehrsring“. Für den hierbei angesprochenen Innenstadtring sind zwecks Abhilfe bekanntlich bereits umfangreiche Überlegungen und Maßnahmen in schon fortgeschrittenerem Planungsstadium in der Pipeline (WAZ berichtete). Zu den Schwächen zählt die Untersuchung außerdem ein fehlendes Angebot im Nachtverkehr: Die letzte Fahrt des 770er starte gegen 0.30 Uhr.

Positiv kommen hingegen z. B. die heutige Netzstruktur, die „weitgehend gute bis sehr gute Erschließungsqualität“ sowie die „weitgehend gute“ Erreichbarkeit des Kernstadtbereichs, der beiden Nachbarstädte und der Oberzentren Essen bzw. Wuppertal weg.

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen