Ministerium zeichnet Nevigeser Fleischerei Janutta aus

Die Fleischerei Janutta an der Siebeneicker Straße überzeugte die Jury mit selbst hergestellten Produkten. Wichtig waren der Jury auch Kriterien wie ständige Schulung der Mitarbeiter.
Die Fleischerei Janutta an der Siebeneicker Straße überzeugte die Jury mit selbst hergestellten Produkten. Wichtig waren der Jury auch Kriterien wie ständige Schulung der Mitarbeiter.
Foto: Funke Foto Services
Die Naturfleischerei Janutta hat als einzige Metzgerei im Kreis Mettmann vom NRW-Ministerium für Natur- und Verbraucherschutz die Auszeichnung „Meister.Werk.NRW“ bekommen.

Neviges..  Ja, sie sind beide sehr stolz auf diesen Preis: Miroslav Tomic, Geschäftsführer der Naturfleischerei Janutta, und Joachim Janutta, der seinen Betrieb vor drei Jahren an seinen „Ziehsohn“, wie er selbst sagt, übergab. Als einzige Metzgerei im Kreis Mettmann bekam der Betrieb an der Siebeneicker Straße vom NRW-Ministerium für Natur- und Verbraucherschutz die begehrte Auszeichnung „Meister.Werk.NRW“ verliehen.

Überzeugt hat die Jury des Ministeriums auch die herzhafte, zartrosa Fleischwurst, die als angefordertes „Besprechungsexemplar“ gut gekühlt von Neviges nach Düsseldorf geschickt wurde. Es ging bei diesem harten Wettstreit aber nicht nur um die Wurst, denn die schmeckt ja in vielen Metzgereien.

Jury legt Wert auf Tierschutz

„Im Fachgeschäft von Miroslav Tomic erwartet die Kundschaft immer etwas Besonderes, denn für ihn, die elf Beschäftigten und den Auszubildenden hat die Kreativität in ihrem Handwerk ebenfalls einen hohen Stellenwert“, lautet auf Nachfrage die Begründung des Ministeriums. Ausschlaggebend war demnach auch, dass „dem Team der Naturfleischerei aus Neviges Tier- und Umweltschutz sehr am Herzen liegt“, so heißt es weiter.

Lang war der Katalog an Kriterien, den es zu erfüllen galt. So mussten die teilnehmenden Betriebe unter anderem regelmäßige Schulungen des Personals nachweisen, die Produkte mussten aus der Region stammen und durften nicht mit Geschmacksverstärkern wie Glutamat versehen sein.

All das kostet Miroslav Tomic nur ein Lächeln. Als er 1992 als 18-jähriger Bürgerkriegsflüchtling aus dem ehemaligen Jugoslawien seine Lehre bei Janutta begann, stellte Joachim Janutta gerade seine Fleischerei auf Biobetrieb um. „Miroslav war von Anfang an dabei. Das ist natürlich von Vorteil und die Entwicklung ist schön für mich, denn natürlich hängt mein Herz an dem Betrieb“, erzählt Joachim Janutta (73), der auch nach wie vor beim Wursten dabei ist.

„Wir schlachten nicht selbst, aber alles andere passiert hier, also Ausbeinen, das Zurechtschneiden. Das ist mir wichtig, ich will wissen, wie die Stücke aussehen“, sagt Miroslav Tomic, der häufig am Sonntagmorgen, wenn er seine Ruhe hat, neue Rezepte ausprobiert. Ob auch mal was richtig schief lief? Tomic lächelt vielsagend: „Man muss auch mal was riskieren, wenn man kreativ sein will.“

Nur markengeschützte Sorten wie „Parma Schinken“ oder „Schwarzwälder Schinken“, deren eigene Herstellung gesetzlich verboten ist, werden zugekauft. „Ansonsten produzieren wir 95 Prozent unserer Ware selbst“, betont der Fleischermeister. Auch diese Zahl überzeugte die Jury des Ministeriums. Ebenso wie die Tatsache, dass Janutta sein Fleisch von ausgewählten Biobauern aus der Region bezieht und die Entfernung vom Hof zum Schlachter maximal 20 Kilometer betragen darf.

Und der Kunde? „Ist oft jung und ziemlich kritisch“, weiß Joachim Janutta aus Erfahrung. Falls er auch Fußball-Fan ist: Der zur EM angebotene „Halbzeit-Spieß“ muss 45 Minuten bei 160 Grad garen. Also Backofen an, Fernseher einschalten, Bier kalt stellen.

 
 

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