Minister-Lob für Musikkinder

Heike Trimperts musikpädagogische Arbeit an der Wilhelm-Ophüls-Grundschule und Thomas Hoevelers Unsichtbares Theater wurden von NRW-Ministerin Ute Schäfer gewürdigt.

Düsseldorf.. Mit dem Preis „Kultur prägt! Künstlerinnen und Künstler begegnen Kindern und Jugendlichen“ zeichnete NRW-Kulturministerin Ute Schäfer am Donnerstagvormittag neun Künstlerinnen und Künstler für ihre herausragenden Projekte mit Kindern und Jugendlichen in Bildungs- und Kultureinrichtungen aus. Ebenfalls geehrt wurden in Düsseldorf zwei Schulen und zwei Kindertageseinrichtungen. Gleich zwei Preisträger kommen in diesem Jahr aus Langenberg.

Geehrt wurde zum einen der Künstler Thomas Hoeveler für sein „Unsichtbares Theater“ und zum anderen die städtische Gemeinschafts-Grundschule Wilhelm Ophüls als eine von zwei nordrhein-westfälischen „Schulen mit Kulturprofil“. Hoevelers Preisgeld beträgt 2000 Euro, an die Wilhelm-Ophüls-Schule gehen 2500 Euro.

„MuKi“– das ist die Abkürzung für „Musikkinder“. Dahinter verbirgt sich ein Konzept zur Förderung der musikalischen Bildung an der Ophüls-Schule. Vorrangiges Ziel ist es, möglichst vielen Kindern unabhängig von ihrem sozialen und familiären Hintergrund einen altersgemäßen Zugang zur Musik zu eröffnen. Die ganzheitliche musikalische Förderung umfasst die Bereiche Chor, Sinnbildung, Bewegungsschulung, Rhythmusarbeit und die elementare Musiklehre. Die Musikbetonung findet ergänzend zum Fachunterricht statt und wird von der Musikpädagogin Heike Trimpert in enger Zusammenarbeit mit den Musiklehrern der Schule angeboten. Die Kinder lernen, musikalische Kompetenzen und Ausdrucksformen in ihr Leben zu integrieren und von Anfang an auf alle möglichen Situationen zu übertragen. Dabei stand MuKi zeitweise auf der Kippe: „Für MuKi muss immer wieder Fördergeld bei einem Landesprogramm beantragt werden“, sagt Heike Trimpert. Als jetzt die Förderung ausblieb, bewarb sich die Musikpädagogin mit dem Projekt bei „Kultur prägt!“, das doch eigentlich für Einzelprojekte gedacht ist und nicht für langfristige Aktionen. Die „sehr umfangreichen Materialien“, die Trimpert nach Düsseldorf schickte, verfehlten offensichtlich ihre Wirkung nicht. „Die Anerkennung tut einfach gut und es ist schön, einmal publikumswirksam belohnt zu werden“, sagt Trimpert. Von 160 Grundschülern sind gut die Hälfte „Musikkinder“, „und die werden mit Hilfe des Preisgeldes vielleicht mal ein schönes Probenwochenende veranstalten können“, stellt die Musikpädagogin in Aussicht.

„Unsichtbares Theater“oder „Theater der Unterdrückten“ nach Augusto Boal möchte mit Hilfe schauspielerischer Darstellung realer Szenen gesellschaftliche Missstände im öffentlichen Raum zeigen. Im Anschluss an die Aufführung wird das Publikum in die Handlung einbezogen und zu den dargestellten Themen befragt. Ein solches Theaterprojekt hat der Künstler Thomas Hoeveler mit Jugendlichen des Kinder- und Jugendhilfezentrums Haus Maria Frieden in Langenberg durchgeführt. Unter dem Titel „Respect yourself – Zivilcourage“ wurden die Themen Gewalt und Unterdrückung szenisch dargestellt. In der Auseinandersetzung mit dieser Thematik mit künstlerischen Mitteln haben die Jugendlichen eine Ausdrucksmöglichkeit für die Aufarbeitung ihrer eigenen Biografien gefunden.

„Wir wollen junge Menschen für die Vielfalt der Kultur begeistern und ihnen den Zugang zur eigenen Kreativität eröffnen“, so Ministerin Schäfer anlässlich der Verleihung in Düsseldorf. „Die heute prämierten Projekte sind beeindruckend. Sie zeigen die Bandbreite und Vielfalt der kulturellen Bildung und künstlerischen Aktivität von Kindern und Jugendlichen in NRW.“ So früh wie möglich sei mit der Förderung kultureller Kompetenzen zu beginnen.

 
 

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