Messe zum Upcycling haucht alten Dingen neues Leben ein

Susanne Gerdemann (vorne) schaut sich bei der Upcycling-Messe an, wie man Holzstückchen aussägt.
Susanne Gerdemann (vorne) schaut sich bei der Upcycling-Messe an, wie man Holzstückchen aussägt.
Foto: Stefan Arend
  • Bereits zum zweiten Mal lud das Velberter Gebrauchtwarenhaus zur Messe über das Thema Upcycling ein
  • Alte Gegenstände werden dabei durch Kreativität aufgewertet und anschließend wiederverwendet
  • Carsten de Vries, Betriebsleiter des Gebrauchtwarenhauses, freut sich über die sehr große Nachfrage

Velbert..  Unbrauchbares, Altes oder Unmodernes muss nicht unbedingt in den Müll wandern. Denn Dinge, die ihren Zweck nicht mehr erfüllen oder schlicht und einfach nicht mehr gefallen, eignen sich in vielen Fällen noch als Rohstoff. Das Gebrauchtwarenhaus ging der Wegwerfgesellschaft am Samstag an den Kragen und zeigte bei der zweiten Messe zum Thema Upcycling, wie vermeintlich Nutzloses in ein neues Lieblingsstück verwandelt wird.

„Man benutzt Materialien, die eigentlich weggeschmissen werden“, erklärt Upcycling-Expertin Annekathrin Metzler. Kaputte Fahrradschläuche, ausgediente Tetrapaks und abgetragene Kleidungsstücke nimmt die Düsseldorferin beruflich auseinander, um hochwertige, neue Gebrauchsgegenstände, wie Taschen oder Schmuck, daraus herzustellen. „Der Unterschied zum Recycling besteht darin, dass ein Arbeitsschritt wegfällt“ so Metzler, die einen der vielen Workshops im Gebrauchtwarenhaus leitet. „Die Sachen werden nämlich so genutzt, wie sie eben sind, und nicht zuvor behandelt.“ Das Interesse an dieser Art der Wiederverwertung ist riesig, im Gebrauchtwarenhaus wimmelt es am Samstag nur so von kreativen Köpfen, die aus Altem Neues schaffen wollen.

Große Nachfrage

„Den ersten Workshop zum Thema Upcycling haben wir im Juni gegeben“, erzählt Carsten de Vries. Der Betriebsleiter des Gebrauchtwarenhauses freut sich über die positive Resonanz, auf die das Thema Wiederverwertung stößt: „Die Nachfrage war so groß, das wir die zweite Messe noch in diesem Jahr hinterhergeschoben haben.“ Und auch Mitarbeiterin Marion Abmeyer staunt immer wieder: „Manchmal muss man später sogar überlegen, was der neue Gegenstand ursprünglich überhaupt war.“

Nähmaschinen rattern, Bohrer surren, Schleifpapier kratzt über Holz, während an den Tischen die vielen Bastler sitzen und aus Geschirr, Bilderrahmen, Büchern und alten Skateboards mit pfiffigen Ideen neue Dinge zaubern. So wird aus dem altbackenen Kaffeegedeck im Handumdrehen eine schicke Etagere für Gebäck, aus staubigen Büchern mit ein bisschen Geschick eine individuelle Origami-Kunst, die sich personalisiert hervorragend als Geschenk eignet.

Große Nachfrage

Wegwerfgesellschaft

„Ich finde es schlimm, dass so viel weggeschmissen wird“, sagt Hannelore Küpper, die einen uralten Bilderrahmen mit der Serviettentechnik verschönert, um daraus eine Pinnwand herzustellen. „Wir leben mittlerweile in einer richtigen Wegwerfgesellschaft“, so die Hobby-Bastlerin. „Früher hat man Dinge auch mal repariert, heute schmeißt man alles einfach weg“, bemängelt Hannelore Küpper. Dabei beweise der Workshop eindrücklich, „dass man noch tolle Sachen daraus machen kann.“

 
 

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