Mammutwanderer aus Velbert gehen zum letzten Mal auf Tour

Velberter Mammutwanderer im Jahre 2006. Dieses Jahr pilgern acht Herren und zwei Damen über den Jakobsweg nach Köln.
Velberter Mammutwanderer im Jahre 2006. Dieses Jahr pilgern acht Herren und zwei Damen über den Jakobsweg nach Köln.
Foto: Fremdbild
Nach Köln geht es in diesem Jahr für eine Gruppe Velberter Mammutwanderer um Karl Hans Neppig. Die 30. Tour ist auch gleichzeitig die letzte. Auf dem Jakobsweg pilgern die acht Männer und zwei Frauen am 17. Mai zum Kölner Dom.

Karl Hans Neppigs Augen glänzen bei der Erinnerung an die erste der bis jetzt 29 Mammut-Wanderungen. Am 17. Mai startet die 30. und auch letzte Extremstrecken-Wanderung. Nur noch 42,5 Kilometer. „Wir sind älter geworden“, sagt der 77-jährige Organisator. Von der Eschbach-Talsperre auf dem Jakobsweg zum Kölner Dom. Auch die erste Tour führte damals von Neviges nach Köln. Von Dom zu Dom.

Nach der ersten Mammutwanderung 1985, als nach 56 Kilometern und zwölf Stunden von den zehn Pilgern nur noch sieben den Kölner Dom erreichten, war Hans Neppigs Kommentar: „Freiwillig machen wir so etwas nicht noch einmal.“

Ein schönes Stück NRW nach Köln

Aber es kam ganz anders. Eine Zehnergruppe startet in wenigen Tagen zur letzten Pilgerwanderung von der Raststätte Remscheid an der A1 zur Eschbach-Talsperre. Von dort verläuft der Jakobspilgerweg durch den Wald bergauf. Nach den ersten sechs Kilometern steuert die Truppe den Parkplatz Eifgen an.

Dann führen etwas 15 Kilometer durchs schöne Eifgenbachtal bis zum Dom nach Altenberg. Weiter in südwestlicher Richtung soll die L 310 gequert werden und der Weg führt durch das Dhünntal, vorbei an Schloss Strauweiher, nach Odenthal. Weitere 3,5 Kilometer sind dann geschafft.

Die Strecke schlängelt sich durch das Dhünntal bis Küchenberg. Auf dem Pilgerweg soll Schildgen erreicht werden. Über die Hoppersheide in den Wald geht es bis zur B 51. Zuletzt grüßt von weitem der Dom. Jetzt werden die Füße wieder fröhlicher und lockerer. Durch den Rheinpark ist es nicht weit bis zur Hohenzollernbrücke und am Ende des Tages wartet das Ziel: Der Dom. Dies ist in Kurzfassung die von Wolfgang Freise geplante Tour.

Karl Hans Neppig, Organisator der Velberter Mammutwanderergruppe, führt Buch über die bisherigen Wanderungen. Er stellt fest, dass nach 30 Wanderungen immerhin 281 Teilnehmer in 314 Stunden insgesamt 1529 Kilometer gelaufen sind. Neppig: „Wir freuen uns auf ein frisch gezapftes Kölsch, wenn wir unser diesjähriges Ziel erreichen.“

Und nach dem 30. Mammut-Pilgerweg nach Köln darf sich das Neanderthal-Museum in Mettmann auf ein Geschenk freuen. Ein 50 000 Jahre alter Mammutbackenzahn mit Zertifikat, den Neppig vom ehemaligen Wanderer Dr. Ingomar Haske zum Geburtstag geschenkt bekam, wird dem Mettmanner Museum übergeben. Selbst dort wird es vermutlich noch keinen Backenzahn dieses Kalibers und Alters geben. Besucher können sich jedenfalls freuen.