Männerchorgemeinschaft steht für große Lösung

Adventssingen: Chorgemeinschaft, die beiden Gesangssolistinnen und das Orchester, geleitet von Lothar Welzel.
Adventssingen: Chorgemeinschaft, die beiden Gesangssolistinnen und das Orchester, geleitet von Lothar Welzel.
Foto: WAZ FotoPool
Männer-Chorgemeinschaft Velbert integrierte Sängerkreis Wülfrath und verzauberte gemeinsam mit Solisten und Orchester die komplette Christuskirche

Velbert..  Bei stimmungsvollen Konzerten in der Vorweihnachtszeit gibt es kleine und große Lösungen – der Auftritt der zusätzlich durch den Sängerkreis Wülfrath aufgerüsteten Männerchorgemeinschaft Velbert zählt eindeutig zur letzteren Kategorie: Gut 100 Sänger verteilten sich am Sonntagabend in der festlich geschmückten, voll besetzten Christuskirche, die für kirchenmusikalische Ereignisse immer noch erste Adresse in der Region ist.

Velbert ist mit Adventsmusiken reichlich beschenkt; die Abteilung weltlich, katholisch, aber auch evangelisch liefern im Dezember ihre Jahresarbeiten ab, demnächst bildet das Konzert der Kantorei gleichsam den Höhepunkt der musikalischen Jubelsaison. Die Programmmacher bei der Männerchorgemeinschaft um den musikalischen Leiter Lothar Welzel haben wieder eine glückliche Hand bewiesen; eingerahmt von zwei Blöcken schön arrangierter Weihnachtslieder breitete das Gesangsbataillon eine bunte wie hochwertige Sammlung von Kirchenmusik alter und neuerer Zeit aus.

Glanzvoll etwa das gemeinschaftlich mit den Gesangssolisten Hasti Molavian (Mezzosopran – die Stimme des Abends!) und Janina Zell (Sopran) sowie einem Kammerstreichorchester dargebotenen „Nativitate Domini“ vom Europa-Hymnen-Komponisten Charpentier, wo die Herren zwar zeitweise im Tempo ein bisschen hinter Musikern und Sängerinnen zurückblieben. Doch hier wie auch in den anderen Gemeinschaftsproduktionen wie Rutters „Christmas Lullaby“, Godárs „Regina coeli“ oder Adams „Cantique pour Noell“ bewies die Chorgemeinschaft, welch außergewöhnlich große Bandbreite an Ausdruck, Dramatik und Dynamik sie beherrscht. Engagiert und präsent hing jeder Sänger mit seiner Aufmerksamkeit gleichermaßen an Text wie den Weisungen des Chorleiters, und so gelang eine großartige Mannschaftsleistung. Den künstlerischen Höhepunkt erreichten die Gastgeber jedoch als Wanderer im berüchtigten Bruckner-Massiv: Das „Ave-Maria“ des österreichischen Meisters ist eben keine Wohlfühlnummer, es fordert bei schwieriger Harmonik den Aufbau eines großen Spannungsbogens, der den Niederbergern beeindruckend gelang.

Ein Lichtblick auch der Bariton-Solist aus den Reihen der Chorgemeinschaft: Norbert Stevens – das Schlusslied „Vom Himmel hoch“ sang er von der Empore zum tief bewegten Publikum herab – überzeugte besonders beim Irving-Berlin-Hit „White Christmas“. Konzertbesucherin Christel Havermann: „Chören, die solche Sangesbrüder in ihren Reihen haben, sollte vor der Zukunft nicht bang sein.“

 
 

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