Langenberger Grundschüler sind Buchhändler für einen Tag

Lars, Hanna, Sarah und Luana durften mit Büchern handeln – ein toller Job, der den vier Grundschülern mächtig Spaß gemacht hat.
Lars, Hanna, Sarah und Luana durften mit Büchern handeln – ein toller Job, der den vier Grundschülern mächtig Spaß gemacht hat.
Foto: H.W. Rieck
Zum zweiten mal übernahmen vier Grundschüler die Langenberger Bücherquelle. Sowohl für die Grundschule Kuhstraße als auch das Antiquariat ein gelungenes Experiment.

Langenberg..  Einer der ersten Kunden ist – ein besorgter Vater. So aufgeregt war Luana, dass sie zu Hause nicht Bescheid gesagt hatte. Denn die Neunjährige ist nachgerückt, darf zusammen mit drei anderen Mitschülern für einen Nachmittag die Bücherquelle führen. Doch jetzt weiß Papa, wo sie ist. Alles ist gut.

„Wir sind ja die ,lesende Grundschule’ und möchten den Schülern auch außerschulische Lernorte bieten“, erzählt Sarah Wagner. Die Lehramtsanwärterin an der Grundschule Kuhstraße hatte die Idee, nachdem der Verein zur Förderung der Bücherstadt an sie herangetreten war. „Ich habe in den vierten Klassen nachgefragt und fast alle Schüler hatten Interesse. Wir haben dann ausgewählt und aus jeder Klasse vier Schüler mitgenommen.“

Während Sarah Wagner das erzählt, haben Luana, Lars (10), Hanna (10) und Sarah (10) alle Hände voll zu tun. „Wir sortieren Bücher ein, beraten die Kunden und verkaufen“, sagt Hanna. „Die Preise bestimmen wir auch selbst.“ Und das machen die vier gut, findet Ralf Dreher vom Förderverein: „Wegen mir können wir das regelmäßig machen. Die Kinder sind mit Feuereifer bei der Sache und haben heute schon mehr verkauft, als sonst so an einem Nachmittag über die Theke geht.“

Für Dreher ist die Aktion für beide Seiten gewinnbringend: „Die Schüler lernen, wie man ein Geschäft führt. Und wir können etwas für unser Image tun – denn die Bücherstadt besteht eben nicht aus verstaubten Antiquariaten.“

Verstaubt ist an diesem Nachmittag in der Bücherquelle sowie so nichts, denn die vier Grundschüler kümmern sich liebevoll um den Laden: Während Sarah Tüten bemalt, um sie anschließend vor dem gegenüberliegenden Discounter zu verteilen, hat sich Lars einen Lappen geschnappt: Ein Buchständer stand vor der Tür, es hat leicht angefangen zu regnen. Jetzt müssen die Bücher trocken getupft werden: „Das ist eigentlich ganz einfach hier“, erzählt der Zehnjährige: „Die Kunden sind nett zu uns und wir haben uns auch schnell gemerkt, wo wir die Bücher finden können.“

Kollege Taschenrechner hilft

Doch dann geht es erst richtig los, schließlich haben die vier nichts zu verschenken: „Wir gucken uns die Bücher genau an, dann legen wir zusammen den Preis fest“, erläutert Sarah. Wichtig dabei: „Wie dick ist das Buch und ist es gut erhalten.“ Dann geht’s zur Kasse, „zu mir“, ruft Luana dazwischen. Sie ist „die Rechnerin“, erzählt sie stolz. Hat aber zur Not auch noch einen Taschenrechner neben der Kasse stehen.

Am Ende wird abgerechnet: Ins Kassenbuch sind Titel, Autor, Preis und Verkäufer eingetragen. Für die vier Aushilfs-Geschäftsleute ging der Nachmittag viel zu schnell vorüber. Und Organisatorin Sarah Wagner ist auch begeistert – genauso wie die Vorsitzende der Bücherstadt, Isolde Marx. Wiederholung also nicht ausgeschlossen.

 
 

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