Laetitia, die Ausnahme-Pianistin

Die zehnjährige Laetitia Hahn besucht ein Musik-Gymnasium und hat schon  drei Klassen übersprungen.
Die zehnjährige Laetitia Hahn besucht ein Musik-Gymnasium und hat schon drei Klassen übersprungen.
Foto: WAZ FotoPool
Mit ihren erst zehn Jahren spielt Laetitia Hahn bereits ein 84-minütiges Solokonzert. Die Kompositionen von Liszt und Beethoven gefallen ihr am besten. Hin und wieder fügt sie spontan eigene Interpretationen hinzu. Ihr Klavierlehrer muss ihr nicht viel beibringen, „weil sie das Klavierspielen verkörpert“

Velbert.  Ihre Finger fliegen in einer unglaublichen Geschwindigkeit über die Tasten, dabei muss sie nicht sehen, was sie macht und haucht jedem Stück so viel Gefühl ein, dass man nur staunen kann. Laetitia Hahn ist mit ihren zehn Jahren ein Ausnahmetalent am Klavier und wird das heute bei ihrem ersten Solo-Konzert in Bonn beweisen.

Laetitias Mutter, Annette Hahn, ist jedes Mal überwältigt, wenn ihre Tochter spielt. Dabei erinnert sie sich an die Anfänge, als wenn es gestern wäre. „Mit zwei Jahren hat sich Laetitia ans Klavier gesetzt und gespielt und kurze Zeit später angefangen selbst zu komponierten“, erinnert sich Annette Hahn. „Da wusste ich, dass mein Kind besonders ist“, so die Mutter.

Die zehnjährige Schülerin eines Musik-Gymnasiums – sie hat bereits drei Klassen übersprungen – besucht ebenfalls Seminare an einer Musikhochschule. Ihren Gleichaltrigen ist Laetitia weit voraus und dennoch ein ganz normales Mädchen - wie, wenn sie mit ihrem Bruder Philip (5) tobt. „Ich bin viel draußen und fahre Skateboard oder gehe klettern“, sagt das Mädchen.

Sie hat auch schon den Weltklasse-Pianisten Lang Lang getroffen

Wenn sie aber an ihrem Piano sitzt, agiert sie wie eine Erwachsene. Das hat auch Klavierlehrer Heribert Koch sofort bemerkt: „Zeigen Sie mir eine Zehnjährige, die ein 84-minütiges Solokonzert spielt. Das ist außergewöhnlich“, betont Koch.

Am liebsten spielt Laetitia Stücke von Liszt oder Beethoven, weil „mir die Art der Kompositionen einfach gefällt.“ Hin und wieder fügt sie spontan eigene Interpretationen hinzu. „Ich muss ihr nicht viel beibringen, weil sie das Klavierspielen verkörpert, authentisch ist und somit automatisch Gefühl in die Stücke bringt. Ich kann ihr nur Vorschläge machen. Wenn sie für Laetitia keinen Sinn ergeben, spielt sie es nicht“, weiß Koch, der nicht als typischer Lehrer fungiert, sondern mit der Schülerin gemeinsam erarbeitet. Und das kann manchmal ganz schnell gehen. „Das Stück von Mendelssohn, das ich eben gespielt habe, habe ich in sechs Wochen erlernt“, erklärt Laetitia. Erwachsene bräuchten viele Monate. „Ich spiele so lange, bis ich es kann. Dabei höre ich mir das Stück an und lese die Noten“, so die ehrgeizige Schülerin.

Obwohl sie schon den begnadeten Pianisten Lang Lang getroffen und zahlreiche Preise gewonnen hat, aufgeregt ist sie vor dem Solokonzert nicht. „Ich setze mich ans Klavier und spiele wie immer“, so die Pianistin. Wie jedes Kind hat auch Laetitia einen großen Wunsch. „Ich hätte gerne einen D-Flügel. Da kommen alle Nuancen zum Ausdruck“, schwärmt das Talent. Auch der Berufswunsch steht schon fest: Konzertpianistin.

 
 

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