Kunst – beinahe zum Anfassen

Foto: WAZ FotoPool
Für 53 Viertklässler der Wilhelm-Ophüls-Schule stand am Mittwoch eine ganz besonderer Schulstunde auf dem Lehrplan – und die fand in der Galerie 23 statt .

Langenberg..  Dass Kunstunterricht viel mehr sein kann, als bloß mit Wasserfarbe zu malen – davon konnten sich gestern einmal mehr 52 Jungen und Mädchen der Wilhelm-Ophüls-Schule überzeugen: Je eine Schulstunde lang ging’s zuerst für die Klasse 4a und dann auch für die 4b zum Kunstunterricht in die nur einen Steinwurf von der Schule entfernt gelegen „Galerie 23“.

Exponate von gleich drei Künstlern konnten die Kinder in der Galerie von Doris Stevermüer bestaunen: die hölzernen Skulpturen des Essener Künstlers Jems Robert Koko Bi, der seine Arbeiten demnächst auch auf den Biennalen in Amsterdam und Venedig zeigt; und die Ausstellung „Wechsel-Sicht“ , in der noch bis zum 23. Mai Arbeiten der Langenbergerin Rosemarie Johnen und des Düsseldorfers Rene DeBrues zu sehen sind.

Und: Nicht nur die Arbeiten konnten die Kinder bestaunen. Auch Fragen zu Maltechniken, Inspiration, künstlerischem Werdegang und den Entstehungsgeschichten der einzelnen Arbeiten konnten die Jungen und Mädchen stellen – und zwar direkt an jene, die einen Großteil der Kunstwerke geschaffen hat: Rosemarie Johnen war eigens zu diesem Termin in die Galerie gekommen, um den Kindern für alle ihren Fragen Rede und Antwort zu stehen. Ein Kontakt, der übrigens nicht zum ersten Mal zustande kam – hatten Kinder der Wilhelm-Ophüls-Schule doch bereits Rosemarie Johnens Ausstellung in der Vorburg von Schloss Hardenberg im Herbst besucht.

Aber auch für die Viertklässler war es nicht die erste Begegnung mit „echter“ Kunst. Zuvor hatten die Schülerinnen und Schüler bereits das Von der Heydt-Museum in Wuppertal besucht. „Ich finde es wichtig, dass die Kinder mindestens einmal in ihrer Grundschulzeit eine Galerie besuchen“, erläuterte Kunstlehrerin Cassandra Stemme, die den von ihrer Kollegin Ulrike Becker organisierten Galerie-Besuch begleitet hatte.

Derweil machten sich die Kinder auf, die Kunstwerke auf eigene Faust zu entdecken. Und schnell schien dabei auch so mancher sein persönliches Lieblingskunstwerk ausgemacht zu haben. „Ich finde das hier toll“, schwärmt Anur (10) und deutet auf eine der großen Holzskulpturen von Jems Koko Bi. „Und das hier“, fügt er hinzu und rennt nach nebenan, wo er auf Johnens Arbeit „Begegnung auf hohem Niveau“ zeigt. Alan dagegen schwärmt für ein Bild aus dem Zyklus „Steinwerk“ – und versucht sich in einer Erklärung für seine Begeisterung: „Das ist so – kunstvoll“, findet der Zehnjährige.

Und seine Mitschülerin Jana ärgert nur eins: „Das wir nicht mit dem reden können, der diese Kuh gemalt hat.“ Kuh? „Ach, Andy Warhol“, lacht Cassandra Stemme.

 
 

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