„Kumpels in Kutten“ beleuchtet Metalszene im Pott

Holger Schmenk (li) und Christian Krumm haben ein Buch über Heavy Metal Bands aus dem Ruhrgebiet geschrieben: „Kumpels in Kutten“ heißt der Schmöker.
Holger Schmenk (li) und Christian Krumm haben ein Buch über Heavy Metal Bands aus dem Ruhrgebiet geschrieben: „Kumpels in Kutten“ heißt der Schmöker.
Foto: WAZ FotoPool

Velbert..  Lange Haare, Lederkluft, Bierflasche in der Hand und nicht gerade Einstein – das typische Klischee eines Metallers. Das Buch „Kumpels in Kutten“ könnte jedoch so manchen Ahnungslosen zum Umdenken bewegen

Lange Haare, Lederkluft, stets eine Bierflasche in der Hand, ungepflegt, pöbelnd und nicht gerade Einstein – das typische Bild eines Metallers, zumindest für Außenstehende. Das die Anhänger der „harten“ Szene das anders sehen, ist klar. Doch wer hat nun recht? Das diesjährig veröffentlichte Buch „Kumpels in Kutten“ liefert zwar keine direkten Antworten, könnte aber so manchen Ahnungslosen zum Umdenken bewegen.

„Wir erzählen die Geschichte des Heavy Metal und seiner Ursprungsgeschichte. Viele Menschen wissen gar nicht, wo und wie die Musikrichtung überhaupt entstanden ist. Das Ruhrgebiet und besonders Velbert spielen dabei eine große Rolle“, erklärt Holger Schmenk, einer der Autoren. Alleine einer der ältesten „Heavy Metal Fanclubs“ ist 1981 in Velbert gegründet worden, hat für einsame Metalherzen eine Plattform geboten, Kontakte nach ganz Deutschland hergestellt und die ersten Partys und Konzerte organisiert. Die Mitglieder des Clubs hatten sogar ein Filmdebüt in „Verlierer“, der im Ruhrpott gedreht wurde. Das Beste: Der Heavy Metal Fan Club Velbert existiert noch heute.

Zitate von zahlreichen Szene-Größen

Doch wer jetzt bei „Kumpels in Kutten“ an eine stupide Aufzählung denkt, liegt falsch. Für die Autoren Holger Schmenk und Christian Krumm war es wichtig, die Bands zu erwähnen, die an der Entstehungsgeschichte beteiligt sind: „Das besonders interessante an dem Buch ist, dass viele Zitate von den Musikern selbst stammen. Das macht das Buch so authentisch“, so der Schlagzeuger Christian Krumm. „Es ist eher ein Buch von Fans für Fans“, fassen Christian Krumm und Holger Schmenk zusammen, die als Jugendliche vom Metal infiziert worden sind. Die promovierten Historiker, die noch heute auf etlichen Konzerten zu finden sind, sind durch das gesamte Ruhrgebiet gereist, um unter anderem die Jungs von Kreator, Sodom, Violent Force oder auch Blind Guardian zu interviewen. „Doch ohne die Unterstützung des Verlags Henselowsky Boschmann und der Zeitschrift „Rock Hard“ wären wir niemals an diese Fülle von Informationen gekommen“, danken die Autoren. Das aber wohl Unvergessliche für die Anhänger des organisierten Lärms waren die Interviews: „Während einigen Gesprächen saßen wir bei den ehemaligen Bandmitgliedern im Garten und haben gegrillt. Starallüren: Fehlanzeige. Das hat uns schon imponiert, wenn man bedenkt, dass die Millionen Alben verkauft haben“, erinnern sich die Metaller strahlend zurück.

Keine Star-Allüren

Durch die zahlreichen von Musikern und Fotografen zu Verfügung gestellten Fotos, aber auch durch Bilder aus dem eignen Fundus lebt das Buch. So können Jung und Alt in Erinnerungen schwelgen oder noch einiges über die Entstehung ihrer Lieblingsband erfahren.

 
 

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