Krankenhaus in Neviges wird neue Unterkunft

In diesem Raum werden künftig die Waschmaschinen und Trockner für die Bewohner aufgestellt.
In diesem Raum werden künftig die Waschmaschinen und Trockner für die Bewohner aufgestellt.
Foto: Heinz-Werner Rieck
Stadt richtet für 425 000 Euro sukzessive das alte Gebäude an der Tönisheider Straße her und belegt es nach und nach mit Flüchtlingen. Einzug verzögert sich,

Neviges..  Der Spediteur hat schon reichlich Kopfkissen und Einziehdecken abgeladen. Sein Lkw parkt an dem Haupteingang mit dem Schild „St. Elisabeth-Krankenhaus – Eine Einrichtung der Stiftung der Cellitinnen zur hl. Maria“. Dass die Paletten zu hoch sind und die Tür viel zu niedrig ist, ist nicht sein einziges Problem. Er sucht vor allem jemanden vom Sozialdienstleister „European Homecare“, dem künftigen Betreiber dieser neuen Flüchtlingsunterkunft, der seinen Lieferschein abzeichnet. Andreas Sauerwein schaltet sich kurzerhand ein. Wieder ein Problem gelöst.

Der Kern des fünfgeschossigen Baus sei „bestimmt so 80, 90 Jahre alt“, überdies sei das seit Spätsommer 2013 leerstehende Krankenhaus arg verwinkelt. „Eine Herausforderung“, sagt der Chef des Fachbereichs Immobilienservice und er spricht dennoch von einem „Glücksgriff“ bzw. einem „Riesen-Vorteil“. Denn viele Zimmer des 130-Betten-Hauses waren sofort bezugsfertig. Und überdies mit Duschen und WC ausgestattet.

Die Stadt richtet das Gebäude sukzessive für 425 000 Euro her, um dort Flüchtlinge einzuquartieren. Im ersten Schritt 200, maximal 400 sollen’s werden. Sie leben zumeist noch in anderen Erstaufnahme-Einrichtungen des Landes, werden von der Bezirksregierung zugewiesen. Allerdings wolle sich die Stadt bemühen, kündigt Markus Hackethal an, an der Tönisheider Straße möglichst auch etliche der der Kommune bereits zugewiesenen Menschen unterzubringen, die hier in Velbert schon in Turnhallen oder Sammelunterkünften sind, „damit wir Turnhallen nicht mehr in dem Maß wie bisher belegen müssen“. Der Fachbereichsleiter Jugend/Familie/Soziales hat jetzt vor allem Familien im Blick.

Mit dem Mietzins will Sauerwein nicht herausrücken, da es sich schließlich um einen privaten Vertragspartner handele. Er spricht nur von einer „fairen Vereinbarung“, wertet den „Deckungsbeitrag für den Eigentümer“ als angemessen. Das Wesentliche beim Herrichten, so der Dipl.-Ingenieur beim Ortstermin, sei gewesen, die Trinkwasseranlage wieder in Gang zu setzen. Ventile und Armaturen seien teils schon demontiert gewesen, man habe sehr viele erneuern müssen. Zudem traf man Vandalismusschäden an: „relativ viel Glasbruch“, etliche Fallen und Türen waren aufgebogen. In mehreren Räumen wurden Einbauschränke beseitigt, um dadurch mehr Platz zu schaffen, und danach die Wände frisch gestrichen. Ferner galt es „diverse Wasserschäden“ zu beseitigen und das Dach abzudichten. Alter Nadelfilz-Boden flog raus, die Brandmeldeanlage wurde ergänzt.

In der städtischen Einrichtung gibt es nicht nur eine klare Zugangskontrolle, nämlich nur durch den Haupteingang, sondern ab sofort auch rund um die Uhr einen Wachdienst. Ebenso eine 24-Stunden-Betreuung durch Sozialarbeiter. „Rein rechnerisch“ werde es insgesamt 30 Vollzeit-Arbeitsplätze geben, erzählt Hackethal.

Der Einzugsbeginn verzögert sich übrigens auf Anfang November, weil die Betten noch nicht geliefert sind. „Wir setzen aber alles daran“, betont Markus Hackethal, „dass die Turnhalle Tönisheider Straße nicht gebraucht wird.“

 
 

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