Kompaliks halten der alten Heimat die Treue

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Die Kernsätze des gemeinsamen Lebens hat Günter Kompalik auf einem Zettel notiert. „Vertrauen und Optimismus halten die Ehe zusammen“, liest er vor, und das beste Beispiel dafür sind er und seine Cäcilie selbst, die heute ihre Diamanthochzeit feiern. Wie viele Schlesier haben auch die Bewohner in der Fontanestraße eine harte Zeit erlebt, bevor sie 1958 die alte Heimat verlassen durften, um in die Bundesrepublik auszureisen.

Kennengelernt hatten sich der Büromaschinenmechaniker und die Krankenschwester drei Jahre zuvor auf einer Tanzveranstaltung der Deutschen Kulturgruppe in der Garnisonsstadt Schweidnitz. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich Cäcilie Kompalik. Sie waren sich sehr bald einig, ihre Zukunft im Westen zu suchen. 1955 heirateten sie, ein Jahr später kam Sohn Dieter auf die Welt, dann, 1958, kurz vor der Emigration, noch Tochter Barbara.

Odyssee durch Norddeutschland

Bevor die vierköpfige Familie in Velbert in der Elisabethstraße zunächst ein kleines Zimmer als Bleibe zugewiesen bekam, musste eine Odyssee durch einige Zwischenlager in Norddeutschland durchlebt werden. In der Schlossstadt kamen die Kompaliks auch beruflich rasch auf die Beine. „Bei Saalmann konnte ich meinen Beruf 30 weitere Jahre ausüben“, sagt Günter Kompalik, seine Frau fand Anstellung bei der Stadtverwaltung.

Die Familie zog bald in eine geräumigere Wohnung und wuchs noch 1961 mit der Geburt von Tochter Susanne. Der alten Heimat hielten die Kompaliks über viele Jahre die Treue, reisten oft nach Schlesien, aber auch nach Schottland oder in die Niederlande. Am heutigen Ehrentag wird das Ehepaar gefeiert – mit Kindern, fünf Enkeln und einem Urenkel.

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