Kirchenmusiker Wolfgang Stockmeier aus Langenberg gestorben

Wolfgang Stockmeier 2007 an der Kreienbrinkorgel in der Alten Kirche. Hier findet am Samstag um 10 Uhr eine Trauerfeier statt.
Wolfgang Stockmeier 2007 an der Kreienbrinkorgel in der Alten Kirche. Hier findet am Samstag um 10 Uhr eine Trauerfeier statt.
Foto: WAZ
Der gebürtige Essener Kirchenmusiker und Komponist wurde 83 Jahre alt. Trauerfeier findet am Samstag in der Alten Kirche in Velbert-Langenberg statt.

Alles ist gesungen, gespielt und gesagt: Am Freitag ist Langenbergs großer Musiker Wolfgang Stockmeier nach langer Krankheit im Alter von 83 Jahren gestorben. Seine Familie verliert den Ehemann, liebenden Vater und begeisterten Großvater, die Musikwelt einen bedeutenden Kirchenmusiker, Interpreten und Komponisten.

Rund 400 Kompositionen

Generationen von Kirchenmusikern hat Stockmeier, der 1931 in Essen geboren wurde und bis zuletzt in Langenberg lebte, ausgebildet und geprägt. Bis zur Emeritierung 1996 war er Leiter des Instituts für evangelische Kirchenmusik an der Musikhochschule Köln, doch führte der Herr Professor bis zuletzt ein kreatives Parallelleben als Tonsetzer – an die 400 Kompositionen hinterlässt Stockmeier der musikliebenden Nachwelt. Darunter befinden sich schwerpunktmäßig Orgelwerke, aber auch Etliches für Orchester – Solokonzerte, Sinfonien, zudem sind auch Kammermusik, Messen und Lieder dabei, vieles religiös, anderes weltlich. Wolfgang Stockmeier hielt fruchtbare Kontakte zu vielen Künstlern, auch die Schriftstellerin Gabriele Wohmann, in diesem Jahr ebenfalls 83-jährig gestorben, stand ihm nahe. Ihren Stoff „Die Witwen“ bearbeitete Stockmeier vor wenigen Jahren zum Bühnenwerk, „nach langer Geburt“, wie Stockmeier anmerkte.

Der bisweilen etwas eigensinnig auftretende Meister war sehr beliebt, ehemalige Schüler in der ganzen Welt luden ihn zu Konzerten ein, und so verschlug es den Global Player an Orgeln in Asien, Russland, gerne auch in Polen, der Ukraine und der Tschechischen Republik. Aber auch im heimischen Langenberg schätzte man den warmherzigen Musiker: Samstags zur Marktzeit spielte er oft die Kreienbrinkorgel in der Alten Kirche, im Gemeindesaal in Bonsfeld bekleidete Stockmeier nach eigener Auskunft bis zum Frühjahr noch eine „D-Stelle“ – wobei die Zählung lediglich bis C reicht – als nebenamtlicher Kirchenmusiker.

Am kommenden Samstag, 19. Dezember, findet ihm zu Ehren um 10 Uhr eine Trauerfeier in Langenbergs Alter Kirche statt.

 
 

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