Kerstin Griese (SPD) leitet nun den Sozialausschuss

Kerstin Griese hat sieben Jahre den Ausschuss für Familien, Senioren, Frauen und Jugend geleitet. Jetzt steht sie dem zweitgrößten Ausschuss vor.
Kerstin Griese hat sieben Jahre den Ausschuss für Familien, Senioren, Frauen und Jugend geleitet. Jetzt steht sie dem zweitgrößten Ausschuss vor.
Foto: WAZ FotoPool
Der Bundestagsausschuss Arbeit und Soziales wählte die niederbergische BundestagsabgeordneteKerstin Griese(SPD) einstimmig zur Vorsitzenden. Damit leitet die 47-jährige Ratingerin den zweitgrößten Parlamentsausschuss. WAZ-RedakteurMatthias Spruckbefragte sie zu ihrer neuen Aufgabe.

Berlin/Velbert..  Der Bundestagsausschuss Arbeit und Soziales wählte die niederbergische Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese (SPD) einstimmig zur Vorsitzenden. Damit leitet die 47-jährige Ratingerin den zweitgrößten Parlamentsausschuss. Matthias Spruck befragte sie zu ihrer neuen Aufgabe.

Mit dem in der Bedeutung gewichtigen Ausschuss-Vorsitz Arbeit und Soziales dürfte Ihnen ein erheblicher Karrieresprung geglückt sein. Wie werten Sie das?

Seit vielen Jahren engagiere ich mich für sozial- und familienpolitische Themen. Soziale Fragen sind für mich eine Herzensangelegenheit. Deshalb freue ich mich sehr, mich jetzt verstärkt an einer Schaltstelle des Parlaments um das gesamte arbeits- und sozialpolitische Feld kümmern zu können.

Andrea Nahles ist Ministerin für Arbeit und Soziales. Wie schwierig ist es, seine eigene Parteifreundin kontrollieren zu müssen?

Der Deutsche Bundestag ist ein selbstbewusstes Parlament und die SPD-Abgeordneten bilden eine ebenso selbstbewusste Fraktion. Schon Peter Struck hatte als SPD-Fraktionschef festgestellt, dass Gesetzesentwürfe der Regierung niemals ohne Veränderung den Bundestag durchlaufen. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Ob mein Ausschuss dabei einem SPD-Ministerium gegenübersteht oder dem Ministerium des Koalitionspartners, macht keinen Unterschied. In vielen Ausschüssen gehört der oder die Vorsitzende der gleichen Fraktion an wie das dazugehörige Regierungsmitglied. Für mich als Ausschussvorsitzende ist eines besonders wichtig: auf die Rechte der Opposition zu achten.

Welche Themen werden die Ausschussmitglieder beschäftigen?

Das erste wichtige Thema sind die Verbesserungen bei der Rente, insbesondere für langjährig Versicherte, die mit 63 Jahren ohne Abschlag in Rente gehen können sollen, für Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht mehr arbeiten können und für Mütter. Dann geht es um den gesetzlichen Mindestlohn, faire Löhne für die Leiharbeit und die Bekämpfung des Missbrauchs bei den Werkverträgen, das werden wir mit Hochdruck angehen. Obwohl wir in diesem Bereich im Koalitionsvertrag sehr gute Vereinbarungen getroffen haben, ist das noch kein Gesetzestext. Damit werden wir uns in vielen Expertengesprächen und internen Beratungen beschäftigen. Der dritte große Themenkomplex wird die Inklusion von Menschen mit Behinderungen sein.

Welche Akzente setzen Sie?

Ich setze mich für eine vorsorgende Sozialpolitik ein, die die Zukunft aller Generationen im Blick hat. Dazu gehört die Zurückdrängung der Kinderarmut, die Sicherstellung von gleich guten Chancen für alle Kinder und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ich will, dass alle Menschen an der Gesellschaft teilhaben können, an Erwerbsarbeit und an sozialer Sicherung, wenn sie sie brauchen.

EURE FAVORITEN