Journalismus als Unterrichtsfach

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Nein: Zeitunglesen ist für sie keineswegs „von gestern“. Das machten die Schüler des Bergischen Internats in der Villa Wewersbusch deutlich. Und so drehte sich für sie drei Tage lang alles um Nachricht, Reportage und Kommentar.

Langenberg..  „Gibt es noch jemanden, der regelmäßig die Zeitung liest?“ Jörg Sadrozinski, Leiter der Deutschen Journalistenschule München (DJS), staunte nicht schlecht, als von den Schülern im Klassenzimmer des Bergischen Internats Villa Wewersbusch gleich die Mehrheit aufzeigt. „Vor allem den Sportteil“ fügte Sven (16) hinzu.

Drei Tage lang hatten Schüler aus dem Langenberger Internat gemeinsam mit Schülern des Erkrather Mutterhauses „Gut Falkenberg“, freiwillig die Schulbank gedrückt. Nicht nur die Teilnehmer waren begeistert, auch Sadrozinski genoss sichtlich das Engagement der Schüler. Selten habe er so disziplinierte Schüler gehabt, freute er sich: „Ein großes Lob für die Schüler. Zum Teil wart ihr viel disziplinierter als meine viel älteren Schüler an der DJS.“

Fachbegriffe und Stilformen

Es wurden verschiedene Zeitungen – Tages- und Wochenblätter, Magazine – diskutiert. Man tauschte sich aus über Journalismus im Wandel der Zeit und die cross-mediale (Internet, Druck, Fernsehen und Radio) Medienlandschaft. Fast spielerisch wurden Fachbegriffe erläutert und inhaltlich verschiedene Elemente einer Zeitung unterschieden: Nachricht, Bericht, Kommentar, Glosse, Interview, Dokumentation, Impressum und Rezension. Schnell war klar, dass diese Formen geübt werden mussten.

Einen praktischen Aufhänger gab es auch gleich: Langenberg – das Magazin. In der ersten Auflage hatten die Schüler dort bereits Themen in der Rubrik „Jugend in LA“ beisteuern können. So hatten sie zu Rassismus und Mobbing aber auch über einen Kinobesuch geschrieben. Für die nächsten beiden Ausgaben konnten sie Vorschläge machen, und ähnlich einer Redaktionskonferenz besprach man gemeinsam, was in welchem Umfang und in welcher Form dort Berücksichtigung finden wird.

Die Themen wurden aufgeteilt und zehn Schüler machten sich an die Arbeit. Das Wochenendseminar Journalismus war einer von insgesamt sechs Unterrichtsblöcken zum Thema Journalismus, das die Institutsleitung der Villa Wewersbusch über die Schülerzeitung hinaus aufgegriffen hatte und nicht nur den Internatsschülern offen steht.

Ab dem 21. September wird darüber hinaus die Düsseldorfer Journalistin Nina Janda wöchentlich „Journalismus“ im Internat unterrichten: „Ziel ist es, den Umgang mit Medien besser zu verstehen, auch cross-medial, und somit die Möglichkeit zu geben, Zusatzqualifikationen mit auf den Weg zu nehmen und in das Berufsfeld Medien zu schnuppern.“ Jandas erstes Fazit: „Ich bin sicher, dass die Kinder, die dieses Wochenende dabei waren, die Zeitung künftig ganz anders lesen.“

 

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