In Tönisheide ist die öffentliche Toilette geschlossen

Schotten dicht am Kiosk an der Nevigeser Straße. Und auch die öffentliche Toilette ist geschlossen.
Schotten dicht am Kiosk an der Nevigeser Straße. Und auch die öffentliche Toilette ist geschlossen.
Foto: Funke Foto Services
Wer mal „muss“, muss aushalten: Seit vier Wochen ist die öffentliche Toilette in Tönisheide geschlossen. Die Anlage gehört zu einem Kiosk, der Besitzer hat seinen Laden vorübergehend geschlossen.

Tönisheide..  „Schlüssel am Kiosk“ steht auf dem Schild an der Tür des Toilettenhäuschens neben der Bushaltestelle. Doch im Kiosk gibt’s weder das dort angepriesene „Kratz-Eis“, noch den Schlüssel für das WC. „Maik’s Trinkhalle“ ist dicht – seit knapp vier Wochen.

Und damit auch die öffentliche Toilette, deren Gebäude im Besitz der Stadt ist. Sieben Monate lang hatte Kiosk-Besitzer Maik Blaszak das stille Örtchen mitbetrieben, hatte für Toilettenpapier gesorgt, war Herr über den Kloschlüssel.

Damit ist nun erst einmal Schluss – für wie lange und ob es überhaupt in absehbarer Zeit wieder eine öffentliche Toilette an der Bushaltestelle gegenüber Aldi geben wird, steht in den Sternen. Die Tönisheider indes vermissen ihr „Büdchen“, vermissen den Schnack mit Kioskbesitzer Maik Blaszak oder seiner Mutter Karin Lubberich, die seit Februar häufig Zeitungen, Telefonkarten, Süßigkeiten und Zigaretten über die Budenluke reichte. Und sie rätseln: Was bedeutet das Schild, das an der Kioskscheibe prangt?

„Aus gesundheitlichen Gründen bleibt der Kiosk vorerst geschlossen. Ein großes Dankeschön an meine treue Kunden.“, so lautet die Botschaft. Werde er den Kiosk wieder öffnen, oder plane er vielmehr, ihn zu verkaufen? Kiosk-Besitzer Maik Blaszak gibt sich auf Anfragte zugeknöpft. Ihn nerve der ganze Rummel. „Ich will nicht ins Fernsehen und nicht in die Zeitung. Ich will auch nicht mit Ihnen sprechen, das ist allein meine Privatsache.“

Auch an einem Kontakt zur Stadt, die einst mit ihm einen Vertrag über die Instandhaltung des WC geschlossen hatte, scheint Maik Blaszak wenig zu liegen: „Wir haben den Pächter angeschrieben, haben aber offiziell noch keine Antwort“, sagt Stadtsprecher Hans-Joachim Blißenbach.

Knapp sieben Jahre lang war das stille Örtchen an der Nevigeser Straße dicht. Wer mal „musste“, musste aushalten oder auf das Entgegenkommen der Geschäftsleute hoffen. Groß war daher die Erleichterung im Februar, als sich der Kioskbesitzer vertraglich verpflichtet hatte, auch ein Auge auf das WC zu werfen. Für die Stadt eine ideale Lösung - hätte doch eine neue Anlage 95 000 Euro gekostet.

Wilbert Hager, 1. Vorsitzender der Werbegemeinschaft Tönisheide, will jedenfalls weiter „für die Toilette kämpfen“. Seit mehr als 40 Jahren habe es hier ein WC gegeben. „Das ist so wichtig, vor allem für die älteren Menschen.“

 
 

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