In neuer alter Pracht

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Nachdem es vor einem Jahr fast bis auf die Grundmauern abbrannte, ist der Wiederaufbau des denkmalgeschützen Hauses „Im Rökels“ nun fast abgeschlossen.

Langenberg. „Was wird aus dem Rökels?“ Eine bange Frage, die viele Langenberger im zurückliegenden Jahr bewegte. Immer wieder meldeten sich auch in der Redaktion Leser, weil sie wissen wollten: „Wird es wieder aufgebaut? Oder doch abgerissen?“ Heute gibt das Haus „Im Rökels“ die Antwort selbst: Schöner denn je anzusehen steht es da – nach monatelangen Wiederaufbau. Und der hatte es im wahrsten Sinne des Wortes in sich.

„Wir haben es nicht nur wieder aufgebaut, sondern versucht, es so weit wie möglich im Originalzustand wieder herzustellen“, berichtet Besitzer Dieter Lange. Eine Mammutaufgabe – nicht nur wegen des Feuers, dem sogar die Fachwerkwände im Innern des über 500 Jahre alten Baudenkmals zum Opfer gefallen waren. Auch durch die Rettungsarbeiten war Schaden verursacht worden. Langer: „Durch das viele Löschwasser war das Haus so feucht geworden, dass sich im Innern schon Schimmelpilz gebildet hatte“.

Der fachgerecht entfernt wurde, nachdem das Haus in wochenlangem Einsatz großer Heizgebläse wieder trockengelegt worden war. Als schließlich Dachstuhl, Dach und die Fachwerkfassade wieder hergerichtet bzw. komplett neu gebaut worden waren, konnte die Langenberger Firma „Holz und Lehmbau“ von Arne Bergmann mit der Rekonstruktion der Innenräume gehen.

Wobei auch oder vor allem in diesem Bauabschnitt größte Sorgfalt darauf verwandt wurde, den Nachbau so originalgetreu wie möglich geschehen zu lassen. Langer: „Nachdem das Ständerwerk für die inneren Fachwerkwände wieder hergerichtet war, wurden die Gefache mit Ziegeln ausgemauert, anschließend wurden Weinruten-Matten aufgebracht, auf denen anschließend der Lehmputz Halt finden konnte. „Etwas besseres fürs Raumklima gibt’s kaum“, erklärt Langer, warum nicht allein denkmalschützerische Originalität auch heute für die alte Bauweise spricht.

Und: Durch den Brand wurde sogar ein echter „Schatz“ zutage gefördert. In früheren Jahren wohl irgendwann einer „Renovierung“ zum Opfer gefallen, legten die Arbeiter ihn nun bei den Wiederaufbauarbeiten frei – den alten Bruchsteinkamin, rechts und links von zwei Schiefertafeln flankiert. „Er muss früher in der Gaststube als offene Feuerstelle gedient haben“, erinnert Langer daran, dass „Im Rökels“ als eines der ältesten urkundlich erwähnten Gasthäuser Nordrhein-Westfalens gilt. Und da er nun so überraschend wiederentdeckt wurde, soll der alte Kamin auch künftig von Besuchern bestaunt werden können.

Und das könnten, wenn es nach dem Wunsch des Besitzers geht, gerne wieder Gäste sein, die in das altehrwürdige Haus zum Essen einkehren. „Ich würde gerne wieder an einen Gastronom verpachten – ein richtig gutes, gediegenes Restaurant, wäre schön“, überlegt Langer, dem nach eigenem Bekunden wichtig ist, eine möglichst solide, langfristige Lösung zu finden.

Die Voraussetzungen, das Rökels auch künftig als Restaurant zu betreiben, wurden jedenfalls geschaffen. Wobei es zur Nutzung durch die letzten Pächter allerdings eine entscheidende Veränderung gibt: Die Küche wurde von ihrer alten Lage unterm Dach nun ins Erdgeschoss der Donnerstraße verlegt. „Die Räume oben werden keine Gewerberäume mehr sein, es könnte aber Wohnraum für den neuen Pächter sein“, so Langer.

Und der fände die Küche nun bereits gefliest und mit einer komplett erneuerten, auf den Bedarf eines Gastronomiebetriebes ausgelegten Elektroinstallation vor. Alles bereit also für einen neuen Pächter, von dem Langer zwar noch nicht weiß, wer es sein wird, von dem er aber jetzt schon sagt: „Es muss einfach passen.“