Hoher Besuch im Dritte-Welt-Laden

Auf Einladung von Kerstin Griese (l.) besuchte Cornelia Füllkrug-Weitzel (2. v. l.) den Dritte-Welt-Laden und seine vielen Helfer und Unterstützer.
Auf Einladung von Kerstin Griese (l.) besuchte Cornelia Füllkrug-Weitzel (2. v. l.) den Dritte-Welt-Laden und seine vielen Helfer und Unterstützer.
Foto: Herbert Höltgen
Präsidentin von „Brot für die Welt“ und SPD-Wahlkämpferin klären über Ausbeutung und faire Produktionsbedingungen auf

Langenberg..  Noch bevor die eigentliche Veranstaltung begann, gab ein kurz verweilender Bürger seinen Unmut über den Besuch der SPD-Bundestagsabgeordneten Kerstin Griese, die gleichwohl am 22. September wieder gewählt werden möchte, und der Präsidentin der Organisation „Brot für die Welt“, Cornelia Füllkrug-Weitzel, kund: „Ich bin nicht damit einverstanden, dass ein Geschäft wie der Dritte-Welt-Laden für eine Wahlkampfveranstaltung herhält.“

Veranstalter und Gäste sahen das jedoch anders, zumal auch ein Dritte-Welt-Laden politisch wirkt. Vielleicht nicht vordergründig und offensichtlich parteipolitisch, doch alle diejenigen Tätigkeiten und Fragestellungen, die das Gemeinwesen betreffen, seien als solche als politisch zu betrachten.

Kerstin Griese und Fullkrug-Weitzel klärten im Dialog die rund 40 Gäste über die Arbeit des Dritte-Welt-Ladens und vor allem über die Wichtigkeit „fairen Handelns“ in der Welt auf. Auch hier konnten Zahlen und Fakten aus der Weltpolitik nicht außen vor bleiben. „Keiner von uns will wissen, unter welchen schlechten Bedingungen zum Teil weltweit produziert wird“. Die Präsidentin zählte auf, wie wenig in viel zu vielen Ländern der Erde Menschenwürde und Menschenrechte beachtet und respektiert würden.

Kerstin Griese ergänzte, dass es sich zwar bei den Lebensmitteln verbessert habe, aber die Bedingungen in der Produktion von Textilien seien leider erst in diesem Jahr durch die Unglücke in Bangladesch in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Cornelia Fullkrug-Weitzel fand dafür treffende Worte: „Geiz ist nicht geil, Geiz ist unmenschlich und grausam!“

Während der Veranstaltung wurden Kaffee aus fairem Handel und Backprodukte einer hiesigen Biobäckerei gereicht. Die Bundestagsabgeordnete wurde nicht müde, auf diesen Umstand hinzuweisen. Vielleicht ist daran auch erkennbar, wie selbstverständlich die hohe Lebensqualität gerade hier in Langenberg bereits geworden ist.

Waffenhandel und Klimawandel

Doch das Bewusstsein der Bevölkerung ist ebenfalls dafür da, denn „die Veranstaltung findet hier in Langenberg statt, weil hier der einzige Dritte-Welt-Laden im ganzen Kreisgebiet ist, der die ganze Woche über geöffnet hat.“ Und so hatten die engagierten Politikerinnen nicht nur die Weltpolitik im Blick, sondern durchaus auch ein Auge für das Engagement der Ehrenamtlichen aus der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde Langenbergs. Thematisch ging es über den Klimawandel, Hunger, Fleischproduktion bis hin zum Waffenexport. Viel zu kurz war die Zeit für all diese wichtigen Themen. Dennoch konnten die Besucher einen Eindruck von der weitreichende Wirkung ihres lokalen Handelns bekommen.

 
 

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