Höchstkultur in der Velberter Christuskirche

Die Kollegen vom großen Operngalachor schmunzeln: Frank Schmitten hat das große Los gezogen als Partner der Koloratursopranistin Elena Fink, die ihn mit falscher Hingabe becirct.
Die Kollegen vom großen Operngalachor schmunzeln: Frank Schmitten hat das große Los gezogen als Partner der Koloratursopranistin Elena Fink, die ihn mit falscher Hingabe becirct.
Foto: FUNKE Foto Services
Die dritte Velberter Operngala setzt wieder eins drauf: 800 Zuschauer lauschten ergriffen zwei Männerchören und überwältigend guten Solisten.

Velbert..  Um diesen Auftritt dürften Frank Schmitten die meisten männlichen Velberter beneidet haben: „Nun eilt herbei“, eine Arie aus Otto Nicolais lustigen Weibern aus Windsor, thematisiert die üble List, mit der Frau Fluth „ohne Erbarmen“ Rache nimmt am männlichen Geschlecht.

Das betörend schöne Weib wurde gesungen von der Koloratursopranistin Elena Fink, und zu ihrem stattlich-männlichen Opfer wählte die hinreißend auftretende Diva besagten Frank Schmitten, Sänger der Männerchorgemeinschaft Velbert, der mit schmachtenden Blicken die falschen Liebkosungen ausgiebig genoss.

Publikum sprang in die Höhe

Rund 800 Velberter haben die dritte Operngala erlebt. Wieder einmal in der Christuskirche, wieder einmal mit einem Programm, das musikalische Spitzengenüsse von Weltrang bot. Der Wülfrather Kulturorganisator Karl-Heinz Nacke, der über Drähte zu den großen Bühnen der Welt verfügt, präsentierte mit Mikhail Agafonov und Dmitry Lavrov zwei Solisten der Oper St. Petersburg, die den protestantischen Prachtbau an der Grünstraße mit berühmten Arien von Rossini, Puccini, Bizet und Léhar zum Beben brachten. Ihnen zur Seite stellte er mit Elena Fink und Michaela Mehring gesangliches Hochniveau, wie es in Velbert nur selten zu hören ist. Als kongenialer Klavierbegleiter glänzte der Operndirektor an der Deutschen Oper am Rhein, Stephen Harrison, der gemeinsam mit Nacke auch die Moderation des Abends gestaltete.

Eine weiterer Höhepunkt bei der dritten Auflage der Velberter Operngala: Die beiden größten Männerchöre der Stadt, der Velberter Männerchor und die Männerchorgemeinschaft Velbert, formierten sich für den Anlass zum Operngalachor, geleitet im Wechsel von ihren Dirigenten Thomas Scharf und Lothar Welzel. „Das ist keine Fusion!“, betonte Nacke in seiner Moderation, der Charakter des Benefizkonzertes mache diese Gemeinschaft einmalig möglich. Nutznießer dieser Veranstaltung – die Ticketpreise lagen bei ganzen 15 Euro! – sind Unicef und Vereine für Kinder in Velbert. „Es ist überhaupt nicht zu überschätzen, welche Bedeutung solche Konzerte für unsere Stadt haben“, hatte Schirmherr Heinz Schemken in seiner Begrüßung gesagt.

Musikalische Glanzpunkte des Abends waren einerseits Gipfelgenüsse, wie sie der Tenor Agafonov mit „Dein ist mein ganzes Herz“ und „Nessun dorma“ bot; das Publikum in den harten Holzbänken sprang vor Begeisterung in die Höhe.

Doch auch der Operngalachor brillierte: Unter Lothar Welzel war der Chor der Priester aus der Zauberflöte und Schuberts Nachtgesang im Walde zu hören. Thomas Scharf sangen die fast 100 Herren dann Verdis Trinklied und Wagners Matrosenchor.

 
 

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