Heimatkunde im Dauerregen

Foto: WAZ FotoPool
Er war geschichtsträchtig wie nie zuvor – doch leider auch völlig verregnet. Dennoch hielten zwölf Unentwegte tapfer durch beim CDU-Sommerwandertag.

Langenberg..  „An der nächsten Kreuzung sind wir dann nur noch zu dritt!“ Mit Humor nahmen die zwölf Wanderer den Ausflug durch die Natur zum Denkmal Leitbunker des Velberter Scheindorfs. Wie jedes Jahr hatte die CDU Langenberg zu ihrer traditionellen Wanderung eingeladen, doch nur insgesamt drei Nichtparteimitglieder hatten sich bei strömenden Regen angeschlossen, um vom Hesperbach zum Leitbunker des Scheindorfs an der Rottberger Straße mitzuwandern.

Dabei gab es viel Wissenswertes über Schul- und Kriegsgeschichte von Langenberg und Velbert. An der ehemaligen alten Schule am Rottberg empfingen Josef Niedworok und Sven Polkläser die tapfere kleine Gruppe. Niedworok informierte über das Schulwesen in Langenberg: „Schon 1497 hatte man in Köln festgestellt, dass Studierende dabei waren, die in Langenberg die Schule besucht hatten.“ Die erste Schule sei 1766 genannt worden, aber Köln hätte dies schon 250 Jahre früher verbrieft. Es habe auch bereits 1609 einen Hinweis auf eine Honschaftsschule Flandersbach gegeben.

Unterricht am Winnacker

Während der Regen von Hüten und Schirmen tropfte, wurde vom Unterricht am Winnacker erzählt und von der Vossnacker Bauernschaft, die sich gemeinsam einen Lehrer leisteten. Dann ging es weiter auf das Gelände, wo ab 1941 die Scheineisenbahn kreiste. Mit eingeschweißten Bildern erläuterten Niedworok und Polkläser, wo die einzelnen Nachbauten gestanden haben. Doch noch intensiver sollte der Vortrag im ehemaligen Leitbunker werden, der den zum Teil stark durchnässten Wanderern zum Abschluss zumindest trockene Plätze bot. Während draußen die Würstchen gegrillt wurden, informierten Jürgen Lohbeck und Wolfgang Erley über die Aufgaben des Bunkers. „Eine solche Scheinanlage gibt es so in Deutschland kein zweites Mal. Auch nicht im benachbarten Ausland“, so Erley. Weshalb die Akteure der „Interessengemeinschaft museale Erschließung Baudenkmal Leitstand Kruppsche Nachtscheinanlage Scheindorf Velbert“ Unterstützer suchen, die ihnen helfen, aus dem Denkmal ein Museum zu machen.

Frage nach Blindgängern

Hermann-Josef Schmitz, Vorsitzender des CDU-Ortsvereins Langenberg, kennt das Konzept und empfahl der IG, sich an den Landschaftsverband Rheinland zu wenden. Er selbst fragte nach möglichen Blindgängern. Arnold Büssing, einer der drei Gäste, war zum ersten Mal in dem Denkmal und stellte nur fest: „Sehr interessant.“ Der zweite Gast, Wolfgang Wojciech, war selbst ehemaliger Bundeswehr Offizier und konnte sich die damalige Situation auf dem Rottberg sehr gut vorstellen: „Es interessiert mich sehr, ich kann mich gut hineinversetzen, wie es gewesen sein muss.“ Sowohl die Wanderung als auch die Informationen gefielen ihm sehr gut.

Eine so intensive Betreuung der Gäste war wohl selten bei einer Wanderung möglich. Trotz misslicher Wetterlage eine gelungene, informative Veranstaltung.

 
 

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