Heiligenhauser Verein macht Sport mit Flüchtlingskindern

Alles her hören, der Chef spricht: Daniel Haupt kümmert sich um das Sportprogramm des Vereins.
Alles her hören, der Chef spricht: Daniel Haupt kümmert sich um das Sportprogramm des Vereins.
Foto: WAZ-FotoPool
Der Heiligenhauser Verein Integrationshelfer e.V. bietet Sport für Flüchtlingskinder an. Weitere Angebote sollen folgen: Mutter-Kind-Turnen und Beratung in allen Lebenslagen

Heiligenhaus..  Die Ballbehandlung ist – sagen wir mal vorsichtig – suboptimal. Aber die großen Gesten haben die neun Jungs schon drauf, wie die Fußball-Profis im Fernsehen. Da wird über Fehlpässe gemeckert, vergebene Torchancen werden theatralisch betrauert. „Heute spielen wir nur, aber sonst machen wir schon richtiges Training. Basketball oder Fußball“, sagt Daniel Haupt.

Er ist Mitbegründer des Vereins Integrationshelfer e.V., den es offiziell seit vergangenem Monat gibt. Der Verein will Flüchtlinge unterstützen, in jeder Lebenslage. „Ursprünglich haben wir Möbelspenden gesammelt und die durch die Gegend gefahren“, erzählt Haupt, der sich um das Sportprogramm des Vereins kümmert. Auch Kleiderspenden haben Daniel Haupt, Raj Kesavan und die anderen Mitstreiter gesammelt. „Wir wollen auch eine Geschäftsstelle eröffnen, aber dazu fehlt momentan noch das Geld.“ Ist die erst einmal da, will der Verein weitere Projekte angehen, etwa „Suchtberatung oder Beratung zum Thema häusliche Gewalt.“ Der Verein sei „gut vernetzt in Heiligenhaus, wir arbeiten auch eng mit der Awo zusammen“, sagt Daniel Haupt.

Die Kinder, die jetzt durch die Sporthalle der Realschule toben, kommen aus den so genannten DaZ-Klassen der Realschule. DaZ, das steht für Deutsch als Zweitsprache. „Die meisten können schon ein bisschen Deutsch, aber viele sprechen hervorragend Englisch. Wir können also miteinander kommunizieren.“ Hauptsprache ist aber Deutsch, zur Not geht es mit Hand und Fuß weiter. Oder es wird untereinander übersetzt.

Kooperation mit dem TVH

„Wir kooperieren hier mit dem TV Heiligenhaus, der uns nicht nur die Hallenzeit zur Verfügung stellt, sondern auch noch Bälle sponsern möchte“, hebt Haupt das Engagement des TVH hervor. „Und natürlich steht es den Kindern frei, auch in den Verein zu wechseln. Ein paar spielen schon Fußball hier in der Stadt.“ Er möchte, dass die Jungs sich auspowern – und gleichzeitig etwas lernen: „Es geht hier nicht nur um den Sport, es geht auch um alles, was dazugehört. Zum Beispiel Disziplin.“ Heißt: Haben die 8- bis 13-Jährigen eine zu große Klappe, wollen partout nicht tun, was Haupt als Übungsleiter ansagt, „dann machen wir eben Liegestütze zusammen.“ So wie nach dem Fußballspiel. Der Verlierer muss ran, aber es dauert nicht lange, dann kommen auch die Gewinner dazu. Schließlich können die fünf Jungs natürlich auch Liegestütze viel besser, als die anderen.

Einen weiteren Sportkurs möchte Integrationshelfer e.V. bald mittwochs in der Realschul-Halle anbieten: „Wir suchen noch eine Übungsleiterin für eine Mutter-Kind-Turngruppe“, sagt Daniel Haupt. „Wer Interesse hat, das zu machen, kann sich jederzeit bei uns melden.“ Etwa über Facebook: Bei der Suche „Integrationshelfer e.V“ eingeben, dann erscheint die Gruppe in der Trefferliste.

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