Gute Konjunktur im Kreis Mettmann

Dank der guten Binnennachfrage bleibt die Konjunktur stabil.
Dank der guten Binnennachfrage bleibt die Konjunktur stabil.
Foto: Ralf Rottmann
  • Laut einer IHK-Umfrage sind die Unternehmen mit ihrer derzeitigen Geschäftslage zufrieden
  • Hauptmotor für die Konjunktur sei der immer noch ungebrochene Konsum, heißt es weiter
  • Auch für das kommende Jahr seien die Betriebe optimistisch, was ihre geschäftliche Situation anbelangt

Velbert.  Zwar nicht gerade als Hochkonjunktur, doch zumindest als sehr zufriedenstellend bewerten die Unternehmen im Kreis Mettmann ihre derzeitige Geschäftslage. Das ergab eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Düsseldorf unter 220 Betrieben mit insgesamt 18 900 Beschäftigten. Am Montag wurden die Ergebnisse in Velbert vorgestellt.

So gaben fast 40 Prozent der befragten Unternehmen an, aktuell gute Geschäfte zu machen – das waren nur geringfügig weniger als bei der vergangenen Umfrage im Frühsommer. Über eine schlechte Geschäftslage klagten dagegen 15 Prozent der Betriebe, was einen leichten Anstieg bedeutet.

Konjunktur ist von Konsum getragen

IHK-Volkswirt Helmut Diestler bewertete die Ergebnisse für den Kreis auch als sehr positiv: „Die Konjunktur hat zwar seit ihrem letzten Hoch im Sommer 2014 etwas an Fahrt verloren. Insgesamt ist die Wirtschaft aber immer noch ausgesprochen zufrieden“, sagte er in der IHK-Zweigstelle. Und auch die Aussichten für 2017 seien heiter: „Die Unternehmen gehen mit Optimismus ins kommende Jahr und hoffen, dass die Konjunktur wieder mehr Fahrt aufnimmt“, so Diestler. So erwarte rund ein Drittel der Betriebe 2017 eine bessere Geschäftslage, etwa 60 Prozent rechneten mit gleichbleibender Konjunktur und lediglich neun Prozent mit Einbußen beim Geschäft.

Als Gründe für diese Zuversicht nannte der Volkswirt vor allem den nach wie vor sehr stabilen Konsum. „Die Konjunktur ist getragen von der Inlandsnachfrage.“ Dazu beigetragen hätten gestiegene Reallöhne durch ordentliche Tarifabschlüsse, eine niedrige Inflation, immer noch moderate Energiepreise und nach wie vor niedrige Zinsen. Dies alles führe dazu, „dass der Konsum die Konjunktur seit eineinhalb Jahren anschiebt“.

Brexit noch nicht im Hinterkopf

Auf der anderen Seite sei die Auslandsnachfrage, also der Export, eher rückläufig – wobei die Unternehmen auch hier optimistisch seien und wieder einen steigenden Auslandsabsatz erwarteten. Dennoch gebe es hier Unwägbarkeiten zu berücksichtigen: Diestler: „Dazu zählen die Wahlen in den USA. Denn sowohl Donald Trump als auch Hillary Clinton haben sich protektionistisch geäußert.“

Auch die Unklarheiten, wie es mit dem europäisch-kanadischen Freihandelsabkommen Ceta und somit auch mit dem US-europäischen Pendant TTIP weitergehe, irritierten die Firmen. Und: „Dabei ist die Frage, ob es zu einem weichen oder zu einem harten Brexit kommt, noch gar nicht in den Hinterköpfen angekommen“, ergänzte Diestler. Daneben könnte auch die Diskussion um eine Renten- und Gesundheitsreform mit möglicherweise steigenden Beiträgen und Lohnkosten die Stimmung eintrüben, so der IHK-Fachmann.

Auch der Arbeitsmarkt ist im Aufwind

Auch auf dem Arbeitsmarkt sieht es laut IHK gut aus: So sei die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Kreis gegenüber 2015 um 2900 Personen angestiegen (plus 1,7 Prozent). 24 Prozent der Unternehmen wollen 2017 mehr Personal einstellen, bei 63 Prozent ist die Tendenz gleichbleibend, bei 13 Proznet fallend. Detaillierte Zahlen, wie die Firmen in den einzelnen Städten des Kreises ihre Lage bewerten, liefert die Umfrage nicht.

 
 

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