Grüne in Velbert diskutieren Flächenfraß

Ins Grüne in Langenberg lud die Ratsfraktion der Velberter Grünen alle ein, die das Thema Flächenfraß interessiert.
Ins Grüne in Langenberg lud die Ratsfraktion der Velberter Grünen alle ein, die das Thema Flächenfraß interessiert.
Foto: WAZ FotoPool
Grüne Ratsfraktion lud ein zu einem Picknick. Thema: Flächenfraß. Kritik an Praxis auf Wilhelmshöhe, Hügelstraße und in Oberstadt.

Langenberg..  „Das Haus wird besonders böse“ witzelte Frank Rohr, Mitglied des Velberter Stadtrats und des Bezirksausschusses Langenberg, anfänglich beim „Picknick gegen den Flächenfraß“, zu dem Bündnis 90/Die Grünen auf die geplante Bebauungsfläche Wilhelmshöhe eingeladen hatten. Doch schnell wurde aus dem lockeren Spruch ein ernster Austausch über die geplanten Maßnahmen auf der Wilhelmshöhe. Rund 30 interessierte Menschen folgten der Einladung, darunter ein Drittel Anwohner und Mitglieder der Bürgerinitiative Wilhelmshöhe. „Die Stadt versucht damit, das Kapital hierher zu bekommen“, vermutete einer der Gäste beim Anblick der großzügig geschnittenen Grundstücke.

Leute in der Innenstadt ansprechen

In kleinen Gruppen standen Interessierte und diskutierten über den aktuellen Bebauungsplan 243 der Stadt Velbert. Dieser war an der Seitenwand eines Caddys angebracht und wurde rege zur Veranschaulichung genutzt. Die meisten der Picknick-Gäste waren bestens über die Pläne informiert. Doch Flächenfraß gebe es in Velbert nicht nur an der Wilhelmshöhe, erläuterte Fraktionsvorsitzende Esther Kanschat: „Die Nevigeser Hügelstraße wird in Kürze bebaut. Das Grundstück wurde 2007 gekauft und ist ein ähnlicher Außenbereich wie hier die Wilhelmshöhe“. Was die Erschließungskosten besonders in die Höhe treibe. Und auch die Bebauung in der Oberstadt sei ein schlechtes Beispiel für die Bebauungspolitik der Stadt: Es hätten ausschließlich Gewerbefläche bleiben sollen. „Jetzt werden Einfamilien- und Doppelhäuser gebaut. Mehrgenerationenhäuser, das hat Zukunft!“ Ihr Mann Andreas Kanschat, Fraktionsgeschäftsführer derselben Partei, erläuterte derweil einer kleinen Gruppe das Velberter Abflusssystem, das für die Bewohneranzahl von rund 84000 Einwohner bereits jetzt schon doppelt so groß sei als für die Einwohnerzahl notwendig und so Probleme bei der Entwässerung verursache.

Esther Kanschat schaute weiter auf Velbert: „An der Langenberger Straße, auf Höhe Bleibergquelle, soll auch Gewerbefläche entstehen. Es werden immer mehr Flächen ausgewiesen.“ Ehemalige Gewerbeflächen seien schwieriger zu vermarkten. Mit neu ausgewiesenen Flächen sei schnelleres Geld zu machen. „In der Innenstadt muss man die Leute ansprechen, das ist mehr Arbeit.“ Doch sie hat auch ein Positivbeispiel im Gepäck: „Die Gießerei Beer in der Velberter Nordstadt, davon brauchen wir mehr.“ Und: „Eine Randbebauung vom Esel in Neviges wäre sinnvoll. Die Fläche ist sehr gut angebunden.“ Schulen, Geschäfte und der ÖPNV seien vorhanden. Doch da habe sich die Bevölkerung durchgesetzt. Resümee des Picknicks gegen Flächenfraß: „Eine gute Veranstaltung, weitere sollen folgen“, so Hans-Peter Kaiser.

 
 

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