Geschmaust wird anderswo – in Velbert fehlt das Angebot

Denis de Haas
Bild : Detlev Kreimeier
Bild : Detlev Kreimeier
Foto: WAZ FotoPool
In der Velberter Innenstadt suchen Besucher die Restaurants vergeblich. Den Schließungen stehen wenige Neueröffnungen gegenüber. Und diese fallen nicht unbedingt in die Kategorie der klassischen Gaststätte.

Velbert. Wenn Klaus Zimmerhof und seine Frau Besuch bekommen, gehen sie mit den Gästen essen. Am Montag hatten sich wieder Bekannte angekündigt, doch der gemeinsame Schmaus fiel aus. Die wenigen Restaurants, die für eine Reservierung infrage kamen, hatten geschlossen. Wenn schon ein ortskundiger Bürger wie Zimmerhof erfolglos sucht, scheint eines klar: Es fehlt das kulinarische Angebot.

Für Christian Jäger, Geschäftsführer der Dehoga Nordrhein, war der Velberter Gastronomie-Markt vor ein paar Jahren „noch breit aufgestellt“. Doch dann gab es eine Schließung nach der anderen: die „Alte Herrlichkeit“ am Offersplatz ist seit zwei Jahren dicht, so lange gibt es auch im „Rheinischen Hof“ nichts mehr auf die Gabel. Ende vergangenen Jahres schloss dann noch das zum „Hotel Traube“ zugehörige Restaurant. „Und die Gaststätten waren alle immer gut frequentiert“, berichtet Zimmerhof. Den Schließungen stehen wenige Neueröffnungen gegenüber. Und diese fallen nicht in die Kategorie der klassischen Gaststätte: das „La Taverna“ bezeichnet sich als Tapas-Bar, das „Jetzt und hier“ als Café.

Der Mangel an Restaurants ist ein Problem der Nachfrage

Christian Jäger glaubt, dass der Mangel in der Innenstadt hauptsächlich ein Problem der Nachfrage ist. „Kein Gastronom kann davon leben, wenn potenzielle Kunden den Schaukasten ansehen“, sagt er. Ulrich Hardt sieht die Entwicklung wenig dramatisch. „Eine Fluktuation hatten wir schon immer“, betont der Leiter der Velberter IHK-Geschäftsstelle. Außerdem würden die Bummler seiner Ansicht nach immer satt. „Wir haben einige Bäcker in der Innenstadt, die belegte Brötchen verkaufen. Und es gibt noch die Eisdielen“, erklärt Hardt.

Doch die gemütliche Variante suchen Einheimische und erst recht Touristen vergeblich: Ein Restaurant, in man die Freundin mal ausführen oder mit der Tante aus Bayern speisen gehen kann, gibt es entlang der Fußgängerzone nicht. Das ist auch den Wirtschaftsförderern nicht verborgen geblieben. „Wir haben gerade in der Innenstadt zu wenig Gastronomie“, gesteht der Vorsitzende Wilfried Löbbert. Er hat aber Hoffnung, dass es bald mehr Auswahl gibt. „Wenn es zur Realisierung des Shoppingcenters kommt, sollte auch der Bereich Gastronomie wachsen. Und entlang des Radweges rund um den Stadtkern könnten sich noch Restaurants ansiedeln.“

Bis es soweit ist, müssen hungrige Velberter auch mal über den Tellerrand schauen. Peter Mann, der einst in der „Alten Herrlichkeit“ ein- und ausging, hat derweil einen Trend erkannt: „An Wochenenden laufen sich die Velberter nun in Werden, Hattingen oder Langenberg im Restaurant über den Weg.“