G8 ist in Velberter Gymnasien akzeptiert

In der Gesamtschule ist die verkürzte Schulzeit kein Thema, hier wird das Abitur wie eh und je nach neunJahren gemacht.
In der Gesamtschule ist die verkürzte Schulzeit kein Thema, hier wird das Abitur wie eh und je nach neunJahren gemacht.
Foto: WAZ FotoPool
An den Gymnasien ist G 8 mittlerweile Normalität geworden. Kritik an der verkürzten Schuldauer soll im neuen Schuljahr berücksichtigt werden.

Velbert..  Neun Jahre liegt seine Einführung mittlerweile zurück, doch noch immer ist die Kritik am Abitur nach acht Jahren nicht versiegt. Dass die Verkürzung der Schulzeit am Gymnasium von neun auf acht Jahre für viele Schüler und Eltern noch immer mit Ängsten verbunden ist, zeigten zuletzt Elterninitiativen wie „G 9 jetzt“. Dennoch sind alle drei Velberter Gymnasien beim Abitur nach acht Jahren geblieben; von der Möglichkeit, im Rahmen eines Schulversuchs zu G 9 zurückzukehren, machte keine der Schulen Gebrauch.

„Das wäre ein Rückschritt gewesen“, erklärt Ulrich Stahl, Leiter des Fachbereichs Bildung, Kultur und Sport bei der Stadt Velbert, viele Veränderungen seien schließlich mit Blick auf die kürzere Schulzeit bereits durchgeführt worden: Lehrpläne wurde angepasst, Stoff wurde verdichtet. „In den ersten Jahren war es sicher schwer“, so Stahl, „doch mittlerweile hat es sich eingependelt.“ Dass viele Schwierigkeiten der Anfangszeit überwunden sind, findet auch Michael Anger. „Die Diskussion um G 8 ist bei uns kein großes Thema mehr“, so der Schulleiter am Nikolaus-Ehlen-Gymnasium. Trotzdem arbeite die Schule nach wie vor daran, die Belastungen der Schüler gering zu halten. Das Schulministerium hat zu diesem Zweck Empfehlungen ausgesprochen, deren Umsetzung weit oben auf Angers Agenda steht.

Gesamtschulleitung befürwortet G 9

„Zu den wichtigsten Neuerungen gehört aktuell unser Hausaufgabenkonzept“, erklärt Anger. Konkret heißt das: An Tagen mit Nachmittagsunterricht gebe es keine Hausaufgaben mehr, die Zeit, die Hausaufgaben beanspruchen dürften, werde zudem begrenzt. Dass auf diese Weise die häusliche Belastung gering gehalten wird, stößt auch bei den Eltern auf Zuspruch. „Hier läuft es geregelt, darum wird G 8 von den Eltern nicht als so große Problematik gesehen“, so die Schulpflegschaftsvorsitzende Celina Löper.

Mit den jüngsten Entwicklungen zufrieden zeigt sich auch Markus Ueberholz, Schulleiter am Gymnasium Langenberg. Überlegungen zu Hausaufgabenzeiten oder auch zum gezielten Einsatz von Ergänzungsstunden findet er zwar wichtig, die Sorgen zu G 8 kann er jedoch nur begrenzt teilen. „Die Stundenzahl in der Oberstufe ist durch G 8 nicht gestiegen“, so der Schulleiter. Hingegen sieht Antje Häusler den G 8-Weg kritisch. „Ich finde es gut, dass die Schüler in der elften Klasse Zeit haben, sich auf die Qualifizierungsphase vor dem Abitur einzustellen“, so die Leiterin der Gesamtschule an der Poststraße, viele würden außerdem die Zeit für Auslandsaufenthalte nutzen. Nicht selten sei die längere Schuldauer darum Grund für Eltern, sich für die Gesamtschule zu entscheiden. „Viele finden, ihre Kinder sollten einfach mehr Zeit haben.“

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