Forensik-Diskussion in Velbert nimmt Fahrt auf

Die Kleine Höhe, das Grenzgebiet zwischen Wuppertal und Neviges. Die Diskussion um einen künftigen Standort für eineForensik ist voll entbrannt.
Die Kleine Höhe, das Grenzgebiet zwischen Wuppertal und Neviges. Die Diskussion um einen künftigen Standort für eineForensik ist voll entbrannt.
Foto: WAZ FotoPool
Velberter Grüne machen ökologische Bedenken geltend. Bergische Diakonieakzeptiert gesellschaftliche Aufgabe. BI fordert Velberter Einsatz bei Suche.

Neviges..  Nachdem bekannt geworden ist, dass die Stadt Wuppertal als Forensik-Standort das Areal der Kleinen Höhe prüft, haben sich die verschiedenen Interessengruppen in Stellung gebracht. Erwartbar gewinnen die Velberter Grünen dem Projekt wenig ab: „Gegen diesen Standort haben wir erhebliche, vor allem ökologische Bedenken“, die Grünen befürchten nach dem Bau einer Forsensik, dass noch weiteres Gewerbe angesiedelt werden könnte. Um die Grüne Fläche an der unmittelbaren Stadtgrenze zu Neviges vor solchen Zugriffen zu beschützen, schlagen die Grünen vor, der Velberter Stadtrat möge nach potenziellen Alternativen etwa im Gewerbegebiet Röbbeck suchen, „dort sei eine gut angebundene Fläche frei“, ehedem gedacht für die Einrichtung eines Postverteilzentrums – vorausgesetzt, die Stadt Velbert setze ein positives Signal und ein mehrheitliches Votum des Rates an das Ministerium.

Die Grünen bemühen sich um einer Versachlichung der emotional aufgeladenen Diskussion: „Keine Stadt reißt sich um die Vergabe eines Forensik-Standortes, der vielen in der Bevölkerung Angst macht.“ Diese Ängste seien zwar irreal, aber trotzdem vorhandenund müssen ernst genommen werden. Gefahren gingen von jenen aus, die noch nicht in der Forensik seien, nicht von den Insassen.

Offener Brief an die Velberter Politik

Die Bergische Diakonie Aprath als sozialer Dienstleister, der selbst seit zehn Jahren forensische Nachsorgearbeit leistet und nach eigener Aussage „Herausforderungen und Risiken“ dieser Arbeit kennt, sieht dem geplanten Bau auf der Kleinen Höhe gelassen entgegen. „Eine benachbarte forensische Klinik stelle kein „Gefahrenszenario“ dar, „sondern eine notwendige gesellschaftliche Aufgabe, der sich potenzielle Nachbarn in einem sachlichen Dialog stellen sollten.“ Die Diakonie befürwortet uneingeschränkt die Notwendigkeit der Therapiearbeit mit Strafttätern, die nicht schuldfähig psychisch krank sind.

Die Bürgerinitiative „Keine Forensik auf Lichtscheid“ (BI) hat die Bedenken in Velbert gegen den Standort Kleine Höhe zur Kenntnis genommen und wendet sich in einem offenen Brief an die politisch Verantwortlichen. Zur Kleinen Höhe habe es aus ihrer Sicht keine Alternative gegeben, Lichtscheid wäre aus Gründen der Stadtentwicklung und der zu nahe Wohnbebauung nicht geeignet gewesen. Das sei an der Grenze zu Neviges nicht der Fall. Zudem sei Wuppertal überproportional durch seine zwei bestehende Vollzugsanstalten belastet.

Velbert muss sich nach Ansicht der Bürgerinitiative bewegen, helfen, eine weitere Alternative zu finden: „Man kann erwarten, dass die anderen Kommunen unterstützend und nicht blockierend auftreten.“

 
 

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