Feline bringt Jule wieder nach Hause

Foto: frei
Eine 13-jährige Dackeldame verschwand von der Baustelle an der Sambeck. „Pettrailerin“ Mandy van den Brook folgte ihrer Spur bis zum Seidenweberplatz

Langenberg.  Einen Augenblick nur hatte er sich am Dienstag mit einem Kollegen unterhalten – doch als er sich anschließend nach seiner Dackelhündin „Jule“ umsah, war diese verschwunden. Vergeblich suchte Petter Marklund, der derzeit auf der Baustelle in der Sambeck als Vermesser arbeitet, die Umgebung ab. Die 13 Jahre alte Hündin war spurlos verschwunden. Dass der in Hilden lebende Schwede sie 48 Stunden später wohlbehalten wieder in Empfang nehmen konnte, verdankte er einem Spezialeinsatzteam: Mandy van den Borg und ihre zum Aufspüren von Tieren ausgebildeten Hündin „Feline“.

„Pettrailing“ – frei übersetzt „Haustierverfolgung“: So nennt sich in Anlehnung ans „Mantrailing“ (die gezielte Suche nach Menschen anhand geruchsbehafteter Gegenstände), was Mandy van Borg und Feline seit einigen Jahren im Verein „Suchhundeinsatz“ praktizieren. Ob eine Schildkröte aus dem Garten entkrochen oder ein Meerschweinchen abgängig ist: „Auch wenn das Hauptarbeitsfeld der Pettrailer bei entlaufenen Hunden und Katzen liegt, kann prinzipiell, vom Frettchen bis hin zur entlaufenen Kuh, nach fast allen Tieren gesucht werden“, erläutert die Essenerin, die Vorsitzende des Vereins ist und zahlreiche erfolgreiche Suchen vorweisen kann.

Spur führte zum Akzenta

So wie auch diesmal, als Petter Marklund sich auf der Suche nach „Jule“ an die ehrenamtlich arbeitenden Tierretter aus dem Essener Süden wandte. „Am Mittwoch habe ich mit Feline die Spur von Jule an der Sambeck aufgenommen“, berichtet die 40-jährige Hundeführerin, die aus Brandenburg (Havel) kommt und seit 1995 in Essen lebt. Wie zielsicher „Feline“ eine einmal aufgenommene Spur ausarbeitet, bewies die Australian-Shepherd-Hündin bei der Suche in Langenberg einmal mehr: Mit traumwandlerischer Sicherheit folgte sie der für keine Menschennase wahrnehmbare Duftspur den Fußweg unter der Spindel entlang, über die Treppe zur Hauptstraße hinauf, an der VG den Ölberg hinunter bis zum Parkplatz am Rewe-Markt.

Passanten kümerten sich um „Jule“

„Als sich die Spur dort verlor, lag der Verdacht nahe, dass Passanten die Hündin mitgenommen hatten“, so Mandy van den Borg. Ein Zettel am Aushang bei Rewe brachet wenig später Gewissheit: Tatsächlich war der Hund von tierlieben Menschen aufgenommen worden. Und so konnte Marklund seine „Jule“ am Donnerstag glücklich wieder in die Arme schließen.

 
 

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