Fahrlehrer Krause prüft Fahrtauglichkeit von Älteren

Fahrlehrer Klaus-Dieter Krause prüft unter anderem die Fahrfitness von Senioren – hier von Erich Frieling (rechts im Bild).
Fahrlehrer Klaus-Dieter Krause prüft unter anderem die Fahrfitness von Senioren – hier von Erich Frieling (rechts im Bild).
Foto: Uwe Möller
  • FahrlehrerKlaus-Dieter Krauseaus Velbert bietet einen Fahrerfitness-Check für Ältere an
  • Nicht nur das Reaktionsvermögen lässt im Alter nach, auch das Wissen um Verkehrsregeln
  • Vorträge bei der VHS werden gut angenommen, Trainings eher schleppend

Die Zahl älterer Verkehrsteilnehmer nimmt stetig zu. Fahrlehrer Klaus-Dieter Krause bietet daher nicht nur einen Fahrerfitness-Check für Ältere an, sondern hält auch Vorträge zum Thema „Sicher Autofahren im Alter“ bei der VHS. Mit ihm sprach WAZ-Mitarbeiterin Annette Wenzig.

Worum geht es bei Ihrem Vortrag zum sicheren Autofahren im Alter?

Ältere Verkehrsteilnehmer zeigen aus verschiedenen Gründen Defizite im Straßenverkehr: Neben körperlichen Einschränkungen wie nachlassendem Reaktionsvermögen erneuern viele nicht regelmäßig ihr Wissen zu Neuerungen im Straßenverkehr, so dass ihnen einfach Informationen fehlen. Es sind fundamentale Dinge, die die Unfallzahlen in die Höhe treiben. Viele steigen beispielsweise im Alter auf Automatik um. Dadurch, dass dabei Gas und Bremse mit demselben Fuß bedient werden, kommen auch Fehltritte zustande, bei denen das Auto dann statt nach zu bremsen nach vorne schießt.

Können Sie ein Beispiel für die fehlenden Informationen bei älteren Verkehrsteilnehmern geben?

Früher war es einfach Goodwill, jemanden vorzulassen, wenn eine Spur zu Ende ging. Mittelweile gilt seit vielen Jahren das Reißverschlussverfahren – aber das ist bei vielen noch nicht angekommen. Oder das Fahren im Kreisverkehr, da wird das Blinken zum Abenteuer. Viele ältere Jahrgänge fahren einfach ohne zu blinken raus – das sorgt für Irritationen und Staugefahr. Ältere, die vor 40 Jahren den Führerschein gemacht haben, haben vieles deshalb nicht drauf, weil sie’s nicht gelernt haben.

Wie war die Resonanz auf Ihren Vortrag?

Sehr groß! Es hatten sich nur zwölf Teilnehmer angemeldet, gekommen sind aber 25. Deshalb haben wir auch eine Wiederholung fürs nächste Jahr geplant. Die Teilnehmer waren begeistert – vieles war für sie tatsächlich neu. Zum Beispiel verkehrsberuhigte Wohnbereiche, in denen Schritt-Tempo gefahren werden muss. Da meinen einige, das wären 30 Stundekilometer. In Wirklichkeit sind das aber nur vier bis sieben.

Sie bieten in Zusammenarbeit mit dem ADAC einen Fahrerfitness-Check an. Wie ist da die Resonanz?

Das wird leider nur schleppend angenommen, aber die Leute, die es gemacht haben, sind begeistert. Ein häufiger Fehler ist die mangelnde Verkehrsbeobachtung, also der Blick in die Spiegel. Ich sitze da ja nicht im Fahrschulauto, wo ich eingreifen kann, sondern im Auto des Teilnehmers – da ist mir manchmal schon ganz schön warm geworden! Bei manchem muss ich dann wirklich sagen: Aufgrund ihres Testergebnisses sollten Sie das Autofahren erst einmal bleiben lassen und den Test vielleicht in einem halben Jahr wiederholen. Das fällt mir zwar schwer, aber oft ist es nötig. Die meisten können aber noch fahren und kriegen nur ein paar Ermahnungen von mir.

Kommen die Teilnehmer aus eigenem Antrieb?

Nein, die Anregung kommt bei den meisten von Familienmitgliedern, die unsicher sind, ob sie den Opa noch die Kinder abholen lassen können. Oder der Ehefrau.

Kommen wir zu den jungen Leuten: Hat der Führerschein für sie noch denselben Stellenwert wie früher?

Nein, das ist eine bundesweite Entwicklung. Hier in Velbert ist die Motivation, den Führerschein zu machen, aber noch relativ groß, weil die Anbindungen im Nahverkehr schlecht sind. In den größeren Städten ist das Interesse deutlich gesunken. Für viele sind auch die Kosten ein Grund, keinen Führerschein zu machen. Selbst ein kleineres Auto kostet ein Vermögen, und dazu kommen noch die Kosten für Sprit und Versicherung.

>> DAS AUTO WINTERFIT MACHEN

Klaus-Dieter Krause rät „Erstens: Winterreifen draufziehen – möglichst von O bis O, also Oktober bis Ostern. Und man sollte immer darauf achten, vor Beginn einer Fahrt die Beleuchtung zu überprüfen. Auch Frostschutzmittel für die Scheibenwaschanlage ist wichtig. Das sollte man aber nicht einfach nur einfüllen, sondern auch einmal richtig durchspülen – sonst kann es passieren, dass über Nacht in den Leitungen das Wasser gefriert.“

 
 

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