Fahrer arbeiten am Limit

Bei den Wuppertaler Stadtwerken, deren Linien auch in Velbert fahren, gibt es einen signifikanten Mangel an Busfahrern.
Bei den Wuppertaler Stadtwerken, deren Linien auch in Velbert fahren, gibt es einen signifikanten Mangel an Busfahrern.
Foto: WAZ FotoPool
Massive Probleme gab es noch letzte Woche im Wuppertaler Buslinienverkehr. So waren zwischenzeitlich 60 der zirka 750 Busfahrer der WSW (Wuppertaler Stadtwerke) mobil GmbH und der VSG Verkehrsservice GmbH wegen Krankheit nicht zum Dienst erschienen.

Velbert..  Massive Probleme gab es noch letzte Woche im Wuppertaler Buslinienverkehr. So waren zwischenzeitlich 60 der zirka 750 Busfahrer der WSW (Wuppertaler Stadtwerke) mobil GmbH und der VSG Verkehrsservice GmbH wegen Krankheit nicht zum Dienst erschienen, was Ausfälle und massive Verspätungen im Busverkehr zufolge hatte. Obwohl zwei der Linien zwischen Wuppertal und Velbert hin- und herfahren, gab es vor Ort kaum Probleme. „Die außerstädtischen Verbindungen haben bei uns Priorität“, erläutert Holger Stephan, warum die Engpässe maximal in Einzelfällen bei uns zu spüren waren. Erleichtert zeigte sich der WSW-Pressesprecher darüber, dass zumindest bis Montag früh keine neuen Ausfälle zu vermelden waren. „Es sind einige aus dem Krankenstand zurückgekehrt, und im Moment läuft es gut.“ Dennoch fahre man zurzeit sozusagen auf der Kante, da momentan keine Reserven da seien. Für ein wenig Entlastung werden fünfzehn neue Busfahrer sorgen, die bis Mitte Oktober anfangen, und fünf weitere Fahrer, die im Januar hinzukommen. Dennoch schränkt er ein: „Insgesamt hat diese Branche mit einem sehr hohen Krankenstand zu kämpfen.“

Bis zu 14 Stunden im Dienst

Warum das so ist, kann der Velberter Ratsherr Harry Gohr, der bis vor sechs Jahren selbst noch Busfahrer bei den WSW war und überdies 21 Jahre dem Betriebsrat dort angehörte, erklären: „Seit der ÖPNV in verschiedene Tochterunternehmen liberalisiert wurde, verdienen die Busfahrer mindestens 1000 Euro weniger als früher. Hinzu kommt, dass sie bis zu 14 Stunden im Dienst sein können, aber nur noch bezahlt werden, wenn sie auch tatsächlich fahren.“ Da passiere es, dass man im Verstärkungsverkehr morgens und mittags eingesetzt werde und dazwischen unbezahlte Wartezeit habe. Auch er kennt aus seiner aktiven Zeit Probleme mit hohen Krankenständen „Im Busbereich wird immer am Limit gefahren, zehn Prozent Ausfall sind da normal.“ Auch warum heute kaum noch einer den Beruf des Busfahrers ergreifen will, kann er sich vorstellen: „Die verdienen bei einer 38,5 Stunden-Woche brutto um die 1800 Euro.“ Aber nicht nur finanziell habe der Beruf an Attraktivität verloren: „Früher kannten sich Busfahrer und Gäste noch persönlich, beim Einsteigen hat man sich freundlich begrüßt, heute ist das schon allein wegen der ständig wechselnden Einsatzpläne nicht mehr vorstellbar. Das Persönliche bleibt auf der Strecke.“

 
 

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