Einst stand dort das „Feste Haus“

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WAZ-Leser Werner Hachmann berichtet über die Geschichte des Gasthofs Nierenhof. Interessant: Wo die Gaststätte steht, residierte früher einmal das Adelsgeschlecht „vom Nederhove“

Nierenhof..  Und wieder einmal ist ein geschichtsträchtiger Ort in Gefahr, der allgemeinen Bauwut und Gier geopfert zu werden.

Der Ursprung des heutigen Nierenhof entstammt dem Adelssitz des Geschlechtes von Nederhove, welches im 15. Jahrhundert ausstarb. Ihr Wohnsitz lag am südwestlichen Ausläufer des Isenberges. Das sogenannte „Feste Haus“ lag auf einem kleinen Felssporn, oberhalb der uralten Gabelung der Wege, welche zu den rechtsruhrischen Besitztümern der Alt-Hardenberger und nach „Klein Langenberg“ führten, dessen heutiger Name Kohlenstraße und Alte Poststraße heißen. Es lag somit zwischen Oberbonsfeld und Niederbonsfeld, an der heutigen Gabelung der Bonsfelder- und der Wodanstraße.

Die Bauweise der noch heute sichtbaren mörtellosen Grundmauern, (Knochenkalkmörtel kam erst später (Isenburg)) lassen den Schluss zu, dass sie wenigstens 800 Jahre älter sind als das Herrenhaus in Neviges (Neves Hardenberg).

Grundmauern sind noch „fugenlos“

1775 erwarb der Kaufmann Johann Peter Bachmann aus Langenberg den Landbesitz und erbaute auf den Grundmauern des verfallenen Rittersitzes der Familie von Nerhoff (Nederhoven) das Gehöft Nierenhof Bachmann, vermutlich aber auch die zugehörige Gaststätte Nierenhof.

Bemerkenswert ist, dass ein Teil der sichtbaren Grundmauer noch „fugenlos“, also ohne Mörtel aufgebaut wurde. Isenburg um 1200 schon mit Knochenkalkmörtel?

An dem jetzigen Abzweig Bonsfelder- und Wodanstraße ist noch ein bei dem Ausbau der Wodanstraße freigelegter, mit Bruchsteinen zugeschütteter Hohlraum erkennbar. Eine geschichtsträchtige Untersuchung ist leider, aus welchen Gründen auch immer, noch nicht erfolgt, obwohl dieses „Feste Haus“ vermutlich älter als die Isenburg (obere Ruhr) ist.

Es wäre somit wünschenswert, wenn der Besitzer dieses Teilgrundstück nicht bebauen würde. Notfalls sollten die Einwohner mit Spenden versuchen, dieses Kleinod zu erhalten. Wir haben nicht mehr viel von der Geschichte unserer Altvorderen.

Noch eine Anmerkung: „Harden“ stand früher für Hundertschaft, Bons vermutlich Ableitung von germanischer oder heidnischer Gottheit, sowie bekannterweise Wodan.

 
 

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