Ein zweiter Rettungswagen für Heiligenhaus denkbar

Die beiden Bürgermeister Dr. Jan Heinisch (Heiligenhaus) und Klaus Pesch (Ratingen) bei der offiziellen Einweihung des nun seit zwei Jahren gemeinsam betriebenen Rettungsdienstes.
Die beiden Bürgermeister Dr. Jan Heinisch (Heiligenhaus) und Klaus Pesch (Ratingen) bei der offiziellen Einweihung des nun seit zwei Jahren gemeinsam betriebenen Rettungsdienstes.
Foto: H.W. RIECK
  • Seit Januar 2015 arbeiten die Rettungsdienste Heiligenhaus und Ratingen zusammen.
  • Für beide Seiten ist diese Kooperation ein Gewinn: Für die personelle Situation und die Ausrückzeit
  • Möglich wäre es, dass Heiligenhaus durch vermehrte Einsätze in Ratingen einen zweiten Wagen erhält

Heiligenhaus.  „Rettungsdienst der Städte Ratingen und Heiligenhaus“ heißt es offiziell seit knapp zwei Jahren. Seit dem 1. Januar 2015 kooperieren beide Städte im Bereich des Notrufs. Warum dieser Schritt für Heiligenhaus so wichtig war und wie diese Zusammenarbeit nach gut zwei Jahren funktioniert, darüber sprach WAZ-Redakteurin Katrin Schmidt mit dem Heiligenhauser Bürgermeister Dr. Jan Heinisch.

Herr Heinisch, seit dem 1. Januar 2015 heißt es offiziell Rettungsdienst Ratingen / Heiligenhaus. Erklären Sie bitte kurz, wieso diese Zusammenlegung nötig war.

Es war ein Riesenakt, die personelle Besetzung des Heiligenhauser Rettungswagens rund um die Uhr zu gewährleisten. Wir verfügten nur über zehn Mitarbeiter, durch die Kooperation kamen quasi 80 Ratinger Einsatzkräfte dazu. Das ist mit so viel mehr Leuten natürlich viel einfacher, den Dienstplan zu erstellen, weil immer zwei Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz sein müssen und immer auch Ersatzpersonal eingeplant werden muss. Bei Krankheit, Urlaub oder Elternzeit erforderte das für Heiligenhaus früher oft viel Improvisation. Außerdem hatte unsere Wache so wenige Einsätze, dass wir mit den Krankenkassen immer wieder um den Erhalt des Standorts ringen müssten.

Die Pläne gab es ja bereits 2008, warum dauerte es sieben Jahre, bis die Kooperation zustande kam?

Es gab natürlich viel zu klären, rechtlich, aber auch mit den Krankenkassen. Jahrelang haben wir aber quasi die Aktenordner hin und her geschickt, bis 2014 Klaus Pesch Bürgermeister in Ratingen wurde und endlich Schwung in die Kooperation kam. Denn es war den Ratingern klar: Für uns ist das auch durchaus von Mehrwert.

Was sind für beide Städte die Vorteile dieser Kooperation gewesen?

Für uns in Heiligenhaus war es ganz klar die personelle Verbesserung um Quantensprünge, für Ratingen ging es ganz konkret ums Leben retten. Denn die Hilfsfrist von acht Minuten, die ja maximal zwischen dem Eingehen eines Notrufs und dem Eintreffen der Rettungskräfte vergehen dürfen, die war von der Ratinger Wache in manche Stadtteile schlicht und einfach schwer machbar, wie nach Homberg oder Hösel. Diese sind von unserer Wache an der Friedhofsallee aber in weit weniger als acht Minuten erreichbar – ein qualitativer Meilenstein, da im Notfall ja jede Minute zählt. Beide Stadtteile gehören heute folgerichtig zum Einsatzbereich unserer Heiligenhauser Wache.

Wie hat sich die Kooperation in den letzten zwei Jahren bewährt?

Sehr gut! Es gab keinerlei Beschwerden aus der Bevölkerung, alles funktioniert ordentlich. Sowohl die personelle Besetzung als auch die Rettungseinsätze. Wir sind wirklich sehr zufrieden mit der Kooperation, die für beide Städte nur Vorteile bringt.

Gibt es Veränderungsbedarf?

Es hat sich in den zwei Jahren auch gezeigt, dass wir doch auch recht viele Einsätze nach Homberg und Hösel fahren. Derzeit erarbeitet der Kreis Mettmann den neuen Rettungsdienstbedarfsplan und überprüft dabei, ob vor Ort die Zahl der Rettungswagen ausreicht. Aufgrund der gestiegenen Einsatzzahlen werden wir vermutlich künftig in Heiligenhaus tagsüber sogar einen zweiten Rettungswagen erhalten. Das wäre früher undenkbar gewesen. Das Bestehen unserer Rettungswache wäre spätestens damit nachhaltig gefestigt.

 
 

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