Ein Radweg als Kulturverbindung

Hans F. Wüst
Der ehemalige Leiter von „Grün & Gruga“, Bernd Schmidt-Knop, machte in einem Vortrag deutlich, welche weitreichenden Hoffnungen die Planer mit dem Radweg-Projekt Nierenhof-Kupferdreh verbinden.

Kupferdreh.  Für die Planer der Stadt Essen ist er nicht einfach nur eine Wegeverbindung – sie sehen in ihm auch eine Städte- und Kulturverbindung: im seit langem geplanten Rad- und Wanderweg von Kupferdreh nach Nierenhof. Bei einem Vortrag im „Kupferhammer“ in Kupferdreh erläuterte der langjährige und jüngst aus dem Dienst geschiedene Leiter von „Grün & Gruga“, Bernd Schmidt-Knop, die aktuelle Situation und referierte über die zukünftigen Projekte aus Essener Sicht.

„Ich bin mit dem Fahrrad zum Veranstaltungsort gekommen und habe erlebt, wie gefährlich die augenblickliche Situation hier auf der Straße für einen Radfahrer ist“ begann Schmidt-Knop seine Ausführungen. Er verglich die Kulturlandschaft des Deilbachtales mit seiner frühzeitigen Industrialisierung – Eisenhammer, Kupferhammer, Kupferhütte oder alte Ziegelei – mit „Perlen, die nun endlich zu einer Perlenkette durch die Wegverbindung gefügt“ werden.

Immer wieder gab’s Probleme

Seit 1985 arbeiten die Planer in Essen an dem Projekt, entwickelten etliche Modelle und stießen immer wieder auf Probleme (die WAZ berichtete in der Vergangenheit wiederholt davon). Das letzte Hindernis wurde in einem Gespräch zwischen einem jungen Mitarbeiter von Grün und Gruga und dem Besitzer der Ziegelei entschärft.

Nach Fertigstellung des Rad- und Wanderwegs zwischen Essen und Nierenhof – es gibt bereits Überlegungen, den Weg bis nach Langenberg zu bauen – werden in Kupferdreh, am Baldeneysee, zwei große, regionale Wegverbindungen für Radfahrer, Läufer und Fußgänger zusammentreffen: der Ruhrtalweg und die direkte Verbindung aus dem Niederbergischen.

„Es sind nicht nur Wege zum Wasser zu errichten, sondern auch Ziele,“ erklärte Schmidt-Knop in Anlehnung ans Essener „Projekt „Wege zum Wasser“ die bestehenden Pläne: „Dort, wo die Hespertalbahn ihr Gebäude hat, wird auch der Eisenbahner Sportverein einen Anbau errichten, sogar Übernachtungsmöglichkeiten sollen entstehen.“

Den Baldeneysee erkunden

Des Weiteren sind ein Spielplatz und Restauration vorgesehen. Die Anlegestelle der „Weißen Flotte“, der Baldeney-Schiffe, ist ebenfalls nicht weit, so dass ausgezeichnete Voraussetzungen für ein Verweilen oder Erkunden des Sees und der Umgebung gegeben sind.

„Die Örtlichkeiten sollen nicht nur durchfahren werden, sondern sie sollen touristisch interessant gemacht werden“, versprach Bernd Schmidt-Knop – und führte aus: „Die ersten Essener Arbeiten haben begonnen. Die alten Arbeiterbaracken der Ziegelei wurden entkernt und werden mit der Unterstützung des Eigentümers Timpe zu einem Kultur- und Kunstzentrum für Studenten ausgebaut.“

In einem Jahr soll die Strecke Nierenhof-Kupferdreh für die Öffentlichkeit freigegeben werden. Von Essener Seite wird das Projekt zudem über ein Beschäftigungsprogramm der Arbeit und Bildung Essen GmbH begleitet.