Ein Glockenspiel für die Alte Kirche

Orgel in Alter Kirche Velbert Langenberg bekommt am dienstag den 31.5.2016 ein Glockenspiel Im Bild: Orgelbauer Stefan Peters. Foto : Uwe Möller / FUNKE Foto Services
Orgel in Alter Kirche Velbert Langenberg bekommt am dienstag den 31.5.2016 ein Glockenspiel Im Bild: Orgelbauer Stefan Peters. Foto : Uwe Möller / FUNKE Foto Services
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Sieben Jahre lang hatten die Gemeindemitglieder dafür gespendet – jetzt konnte das dreioktavige Klangschalenspiel endlich in die Orgel der Alten Kirche in Langenberg eingebaut werden.

Langenberg.  „Wir wollten der Orgel gern eine weitere, eine sehr spezielle Stimme hinzufügen.“ Mit diesen Worten erläutert Kantor Peter Nowitzki, was am heutigen Donnerstag in der Alten Kirche der Ev. Kirchengemeinde Langenberg abgeschlossen werden soll: Der Einbau eines Glockenspiels, das das Klangspektrum der 1983 eingebauten Kreienbrink-Orgel künftig um ein ganz besonderes Register erweitern soll.

Am Dienstag begannen Stefan Peters und einer seiner Mitarbeiter damit, das dreioktavige Glockenspiel im Orgelgehäuse zu montieren. Die Vorbereitungen für diesen Einbau allerdings waren bereits lange zuvor erfolgt: „Die Schalter für die Mechanik haben wir bereits eingebaut, als wir 2009 die Orgel im Zuge der Kirchturmsanierungsarbeiten komplett überholte haben“, berichtet der Orgelbaumeister aus Glandorf.

„Und die Überlegungen, die Orgel klanglich zu erweitern, reichen sogar noch weiterer zurück“, erinnert sich Nowinski. So habe man bereits vor zehn Jahren darüber nachgedacht, ob man nicht einen so genanten „Cimbelstern“ in die Orgel einbauen lassen sollte. Ein einfaches Glockenspiel, dessen Klangschalen alle gleich gestimmt sind, und das die Töne aus den übrigen Registern klanglich untermalt.

Dass man sich dann jedoch entschied, statt dieser einfachen Variante lieber ein echtes, über drei Oktaven in einzelnen Tönen spielbares Glockenspiel in die Orgel einbauen zu lassen, lag nicht zuletzt in der Kostenfrage begründet. „18 000 Euro kostet das Glockenspiel – ein Cimbelstern, der ungleich weniger bietet, hätte aber sicherlich auch 10 000 Euro gekostet“, rechnet Peters vor.

Stimmung erfolgt beim Fräsen

Was nicht verwundert bei dem Aufwand, der für die Herstellung eines solchen Glockenspiels erforderlich ist. Jede der 40 Klangschalen wird zunächst als Rohling gegossen und dann durch das Ausfräsen auf den gewünschten Ton „gestimmt“. „Wir haben dieses Glockenspiel genau auf den Klang der Kreienbrink-Orgel abgestimmt, das Glockenspiel ist somit ein absolutes Einzelstück“, erläutert der Orgelbauer. Und er verrät: „Es gibt übrigens nur noch je eine Firma in Deutschland und in den Niederlanden, die diese Klangschalen überhaupt noch herstellen.“

Bei so viel Exklusivität will sich auch Peter Nowitzki Bescheidenheit im Umgang mit dem neuen Orgelregister auferlegen. Keinesfalls sei damit zu rechnen, dass das Glockenspiel nun jedesmal ertöne, wenn er in die Orgelmanuale greife. „Das Glockenspiel wird sehr sparsam eingesetzt“, kündigte der Kantor an. Und fügt an: „Ich freue mich riesig, dass die Spendenbereitschaft unserer Gemeindemitglieder es ermöglicht hat, diesen Traum zu verwirklichen.“