Drei Straßen werden umbenannt

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.Der Nevigeser Bezirksausschuss hat entschieden: Der Agnes-Miegel-, der Hermann-Stehr- und der Ina-Seidel-Weg am Wimmersberg werden umbenannt.

Neviges..  Der Nevigeser Bezirksausschuss hat entschieden: Der Agnes-Miegel-, der Hermann-Stehr- und der Ina-Seidel-Weg am Wimmersberg werden umbenannt. Wegen ihrer offenen Sympathiebekundungen für die Nationalsozialisten waren die drei Striftsteller beziehungsweise Schriftstellerinnen in die Kritik geraten.Vorallem bei Agnes Miegel wurde die Frage aufgeworfen, ob sie weiterhin mit der Benennung einer Straße in der Stadt geehrt werden solle. Sie gilt als glühende Verehrerin Hitlers und stand dem Nationalsozialismus unkritisch gegenüber.

Unter anderem hatte die Fraktion Die Linke die Debatte um die Namensgebung angestoßen. Bei der Findung neuer Namen sollten auch die Bürger in den Entscheidungsprozess eingebunden werden, fordert Fraktionsvorsitzender Harry Gohr. In diesem Zusammenhang beschloss der Bezirksausschuss zudem, dass den Anwohnern der betroffenen Straßen durch die Umbenennung keine Kosten entstehen. Änderungen von Personalpapieren wie beispielsweise in Ausweisen und Führerscheinen bleiben gebührenfrei.

Gebührenfreie Änderung

Eine ursprünglich angedachte Bürgerbefragung in dieser Angelegenheit fand nicht statt. Denn es blieb strittig, ob alle Bürger der Stadt, nur die Einwohner des Bezirks Neviges oder lediglich die Anwohner der betroffenen Straßen befragt werden sollten. Zudem kamen Zweifel auf, ob angesichts der Ferienzeit überhaupt eine repräsentative Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern erreicht werden könnte. Wenn der Bezirksausschuss Neviges sich auf neue Namen für die drei Straßen einigt, so gelten diese als beschlossen. Weil Namensgebungen nach den Bestimmungen dort endgültig entschieden werden dürfen.

Die geschlossene Toilettenanlage in Tönisheide – seit der Schließung des Kiosk ein leidiges Thema in dem Ortsteil – war ebenfalls Thema der jüngsten Beratungen im BZA. Allerdings werden die Bürgerinnen und Bürger wohl noch eine Weile auf ihr „stilles Örtchen“ warten müssen. Die Verwaltung erhielt zunächst den Auftrag, zu prüfen, ob für die Neueinrichtung einer öffentlichen Toilettenanlage Fördermittel gezahlt werden.

Ein Thema, das in den Sitzungen des Bezirksausschusses immer wieder für Diskussionen sorgte, war die Frage nach der geeigneten Gastronomie in der Vorburg. Beschlossen war im Rat die Einrichtung einer „Vollgastronomie“. Dieser Beschluss wurde nun im „Ortsparlament“ gekippt. Stattdessen wird es dem Pächter anheim gestellt, „Speisen und Getränke nach eigenem Ermessen anzubieten“.

Auch die Verlegung von Stolpersteinen soll in einem Punkt neu geregelt werden. Mussten Hauseigentümer bislang der Anbringung von Messingplatten zur Erinnerung an die Opfer der Nazi-Gewaltherrschaft in den Gehwegen zustimmen, so werden sie künftig darüber informiert.

 
 

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