Drei Chöre im Einklang

Die Männer-Chorgemeinschaft Velbert begeisterte das Publikum in der vollbesetzten Friedenskirche.
Die Männer-Chorgemeinschaft Velbert begeisterte das Publikum in der vollbesetzten Friedenskirche.
Foto: Uwe Möller
Die Männer-Chorgemeinschaft Velbert beeindruckte durch ihre Masse an Klang. Gemeinsamer Auftritt mit den Sängern von Chorisma und Ars Cantica.

Welch große Resonanz Chorkonzerte heute in der Öffentlichkeit haben können, war beim großen Auftritt der Männer-Chorgemeinschaft Velbert e.V. (Leitung Lothar Welzel) - ergänzt vom Frauenchor Chorisma sowie dem Meisterchor Ars Cantica – in der Friedenskirche zu erleben.

Der Raum, akustisch übrigens nicht der beste, vermochte die enorm hohe Zahl an Besuchern kaum zu fassen.

Interesse am Gesang ungebrochen

Wenn Singen soviel Zuspruch erhält, warum muss dann heute so mancher Chor unter Nachwuchsmangel leiden? Jedenfalls scheint in unserer Stadt das Interesse am Chorgesang ungebrochen. Da lassen die jungen Damen von Chorisma (gegründet 2007) immerhin für die Zukunft hoffen. In seinem Grußwort hob Bürgermeister Dirk Lukrafka eine für das Gemeinwesen nicht zu überschätzende Bedeutung des Chorsingens hervor und bat die Öffentlichkeit dafür um Unterstützung.

Dem Motto gemäß „Drei Chöre im Einklang“ konnte man drei sehr unterschiedliche Vokalensembles erleben, die im zweiten Teil des Konzertes auch in Kombination miteinander auftraten. Die zahlenmäßig größte Gruppe, die MännerChorgemeinschaft Velbert e.V. beeindruckte durch ihre Masse an Klang, die behutsam von ihrem Leiter geführt und stets dahin gebracht wurde, wo sie nach besten Kräften Gutes leisten konnte. Ein bunter Strauß von Liedern romantischer Art aus dem Tageskreis entfaltete sich auf sympathische Weise vor dem Ohr des Hörers, wenn auch hier und da leichte Trübungen der Intonation hörbar wurden. Sehr gelungen Dvoraks heiter-ironisches, folkloristisch ausgerichtetes „Spatz und Eule“.

Glockenrein intonierende Stimmen

Dann ließen die klaren ja glockenrein intonierenden Stimmen von Chorisma aufhorchen. Makellose Artikulation war angesagt und wirklich auch erreicht. Frauke Hoppe dirigierte mit nicht zu übersehendem Engagement und hatte dabei ihre jungen Damen bestens unter Kontrolle, was sich in einer dynamischen Ausdrucksbreite manifestierte, wodurch Robert Schumanns Lieder mit ihren tiefsinnig grübelnden Texten ein geeignetes Metier waren. Wie eindrucksvoll Beethovens „Hymne an die Nacht“! Ein Glanzpunkt auch der frische Auftritt mit slawischen Volksweisen (Klavierbegleitung Thomas Baum).

Großes Lob für das dritte Ensemble Ars Cantica, 11 Herren unter der Leitung von Michael Smetten, die – als Meisterchor angekündigt – wirklich eine meisterhafte Leistung ohne Abstriche mit ihrem Programm abgeliefert haben. Man bemerkte, wie erfahren die Gruppe in der Beherrschung der seit dem Mittelalter existierenden Vokalpolyphonie mit einer linearen, absolut sauber beherrschten Stimmführung agierte. Stilsichere Ausführung und kultivierte Tongebung überzeugten (Sie gleicht wohl einem Rosenstock, Il est bel et bon). Doch auch andere Register gelangen diesem Premium-Chor, siehe Mendelssohns ungestümes Jagdlied. Das alles war klassisches Liedgut auf kammermusikalische Weise dargereicht, ein Genuss beim Zuhören.

Solistische Darbietungen gab es zum einen mit dem Bariton Norbert Stevens (Mitglied Ars Cantica) in einer typischen Opernszene von Rossinis „La Cenerentola“, in der er zusammen mit dem Chor neben seinem Gesangstalent auch schauspielerische Leistungen erkennbar werden ließ. Zum anderen boten zwei Mitglieder der namhaften Band Foss Doll – Matthias und Thomas Bartylla (Saxophon, Klavier) – kleine Intermezzi mit Bachs „Air“ und Gershwins„Summertime“.

Insgesamt ein prall gefüllter Konzertabend von mehr als zweistündiger Dauer, für den es lang anhaltenden Beifall gab.

 
 

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