Direkter Draht für Velbert nach Düsseldorf

Klaus Kahle
Das neue Mitglied des Landtages (MdL) Düsseldorf: Volker Münchow (SPD) zu Gast in der Redaktion der WAZ. Foto: H.W. Rieck
Das neue Mitglied des Landtages (MdL) Düsseldorf: Volker Münchow (SPD) zu Gast in der Redaktion der WAZ. Foto: H.W. Rieck
Foto: WAZ FotoPool
Der neue SPD-Landtagsabgeordnete Volker Münchow will mit seinem Mandat verhärtete Fronten aufknacken.

Velbert. Noch vor zwei Jahren zog der SPD-Kandidat Volker Münchow – letztlich um wenige hundert Erststimmen – gegenüber Marc Ratajczak (CDU) den Kürzeren. Am Sonntag packte es der Langenberger (51) jedoch im zweiten Anlauf und löste mit satten 42,7 Prozent und mehr als neun Prozentpunkten Vorsprung das Ticket nach Düsseldorf direkt. Am Tag danach sprach WAZ-Redakteur Klaus Kahle mit dem neuen Landtagsabgeordneten Volker Münchow.

Wer ist der Vater des Erfolgs? Oder ist es vielmehr eine Mutter?

Ganz eindeutig die Mutter. Gestern war Landes-Muttertag. Und neben Hannelore Kraft hat gewiss auch Sylvia Löhrmann einen großen Anteil an diesem Resultat.

Was sagt Ihre Frau zu Ihrer neuen Aufgabe?

Sie ist total happy.

Wie fühlen Sie sich heute?

Immer noch richtig aufgekratzt. Allerdings auch ein bisschen müde. Ich bin erst um Vier ins Bett gekommen und schon frühmorgens fing dann das Telefon an unentwegt zu rappeln.

Woran werden die Velberter als Erstes merken, dass jetzt wieder ein Velberter im Landtag sitzt?

Daran, dass die Schlossstadt ab sofort wieder einen direkten Draht nach Düsseldorf hat. Am Mittwoch werden Bürgermeister Stefan Freitag und ich uns wichtige Themen vornehmen. Dazu gehören auf jeden Fall das Bürgerhaus und Schloss Hardenberg.

Wie wollen Sie die Jugend und ihre Themen ansprechen?

Dabei sind moderne Medien oder auch Facebook wichtige In-strumente, ebenso auch der unmittelbare Kontakt vor Ort. Vielleicht wird es bald eine neue, spezielle Reihe „Ansprechbar“ für junge Leute geben.

Autobahnbau ist in erster Linie Bundes-Sache. Was kann dennoch das Land dafür tun, um den Bau-Stau beim A 44-Lückenschluss endgültig aufzulösen?

Unsere Kreisvorsitzende Kerstin Griese und ich haben bereits mit dem zuständigen Staatssekretär im NRW-Fachministerium gesprochen und wir werden da weiter am Ball bleiben. Übrigens auch gemeinsam mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Peter Beyer. Ich glaube, als Erstes müssen einige verhärtete Fronten geknackt werden. Wir müssen unbedingt den Anschluss an die Rheinschiene hinkriegen, um nicht weiterhin abgehängt zu bleiben.

Wie stehen Sie zum Fracking?

Ich lehne das völlig ab. Diese Art der Erdgas-Gewinnung ist in so dicht besiedelten und hochverdichteten Gebieten wie bei uns nicht verantwortbar. Denken Sie alleine an die möglichen Gefahren für unser aller Trinkwasser.

Wie kann das Land seinen Kommunen helfen, von ihren Schulden runterzukommen, ohne selbst noch mehr Lasten aufzutürmen?

Wir können jetzt endlich über den Bundesrat Druck auf den Bund ausüben, die Kommunen nicht weiter am langen Arm verhungern zu lassen und ihnen immer wieder neue Aufgaben aufzubürden.

Wie sehen Sie den Ausbau der U 3-Betreuung und die Umsetzung von Inklusion in den Schulen?

U 3 ist absolut der richtige Weg. Aber es wäre unredlich, wollte ich den Eindruck erwecken, als könne man Inklusion an sämtlichen Schulen praktizieren. Das können die Kommunen finanziell gar nicht stemmen.

Sie sind Mitglied im Stadtrat, im Kreistag und im Regionalrat – und vor Ort Fraktionsgeschäftsführer. Was davon geben Sie auf?

Die Geschäftsführung für die Fraktion sofort. Hinsichtlich der drei Mandate will ich Ende des Jahres selbstkritisch Bilanz ziehen und schauen, ob ich diesen Aufgaben wirklich gerecht geworden bin – um dann gegebenenfalls weitere Konsequenzen zu ziehen.