Die Schiene nicht vergessen

Planerische Visionen des  Radweg auf ehemaliger Bahntrasse – hier der  Platz an der Saubrücke.
Planerische Visionen des Radweg auf ehemaliger Bahntrasse – hier der Platz an der Saubrücke.
Foto: WAZ

„Panoramaradweg Niederbergbahn“ – so sollte, wenn es nach dem Willen der Bürgerinitiative Pro Niederbergbahn geht, der Name des Radweges sein, der zurzeit auf der alten Eisenbahntrasse entsteht. Auf der Jahreshauptversammlung der Initiative, die sich seit fast 20 Jahren für die Wiederaufnahme des Schienenverkehrs auf der niederbergischen Strecke einsetzt, wurde diese Forderung an die Politik mit Nachdruck gestellt.

„Die Verantwortlichen haben bei der Planung immer betont, dass der Radweg nur eine Zwischenlösung darstellt und den Hauptzweck hat, die Trasse für eine später zu verwirklichende Schienenanbindung freizuhalten“, forderte Wolfgang Werner, der wiedergewählte Vorsitzende von Pro Niederbergbahn. Dies müsse auch „in der Bezeichnung dieser Radwegeverbindung zum Ausdruck kommen“. Zuvor hatte der Velberter Planungsdezernent Andres Wendenburg dargestellt, wie die Radpiste von Wülfrath kommend über Velbert und Heiligenhaus dem radelnden Tagestouristen die Möglichkeit bietet, ohne große Steigungen bis zur Ruhr in Kettwig zu gelangen und von dort aus sogar bis zum Rhein zu kommen.

Fahrt mit traumhaften Ausblicken

Dabei durchfährt der Radler nicht nur die wundervolle niederbergische Landschaft mit traumhaften Blicken ins grüne Umland, sondern kann auch die technischen Bauwerke der Eisenbahnpioniere aus dem vorigen Jahrhundert bestaunen – vor allem die großen Bogenbrücken über den Eulen- und den Vogelsangbach. „Ohne große Übertreibung kann man diese Brückenkonstruktionen mit denen der Rhätischen Bahnen in der Schweiz vergleichen“, hob Wendenburg hervor. Niederberg habe damit ein neues touristisches Highlight, das nach seiner Überzeugung auch viele neue Besucher in die niederbergischen Städte locken wird. Viele Auffahrpunkte ermöglichten es aber auch umwelt- und gesundheitsbewussten Bürgerinnen und Bürgern, den Radweg als Zufahrt zur Arbeit oder zum Einkaufen zu nutzen.

Zehn Millionen Kosten

Alles in allem bleibe festzuhalten, dass die rund zehn Millionen Euro Kosten in diesem Fall gut angelegtes Geld seien – auch wenn er, wie die Bürgerinitiative, lieber einen Eisenbahnanschluss für Velbert gesehen hätte. „Die Chance aber bleibt erhalten, weil mit dem Radweg die Verbindung von Bebauung freigehalten wird. Allerdings sollte man nicht annehmen, dass die Schiene schnell käme“, stellte Wendenburg fest.

Genau dafür aber will sich die Bürgerinitiative Pro Niederbergbahn auch in Zukunft einsetzen. Und dies mit einem kaum veränderten Vorstandsteam. Vorsitzender der Bürgerinitiative bleibt Wolfgang Werner. Neue stellvertretende Vorsitzende wurde Anneliese Brembeck, die diese Aufgabe für den verstorbenen Mitbegründer von Pro Niederbergbahn, Günter Odink, übernimmt. Außerdem soll mit Klaus H. Jann jetzt ein zweiter Wülfrather Vertreter die besonderen Probleme dieser Velberter Nachbarstadt in die Arbeit einbringen.

Zusammenfassend hielt der alte und neue Vorsitzende Wolfgang Werner für die Initiative fest, dass „wir den Radweg als Trassensicherung begrüßen, von unserer Forderung einer Anbindung der niederbergischen Städte an das überregionale Schienennetz aber nicht lassen werden“. Pro Niederbergbahn sei nicht gegen den Radweg, aber viel stärker für die Schiene.

 

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