Die Saubrücke: Nun trägt sie wieder

Foto: WAZ FotoPool
Der Geschichtsverein informiert über die Saubrücke. Seit Samstag ist das Bauwerk Teil des Panoramaradwegs.

Velbert.. Jeder kennt sie, die imposante Eisenbahnbrücke aus Naturstein, über die seit fast zwanzig Jahren kein Zug mehr gerollt ist. In diesen Tagen ist sie für den Radfahrverkehr freigegeben worden. Ein Schild des Bergischen Geschichtsvereins erinnert an ihre wechselvolle Geschichte.

Die „Saubrücke“, geplant von der Königlichen Eisenbahndirektion Elberfeld, wurde für die eingleisige Nebenbahnstrecke Velbert-Heiligenhaus-Kettwig errichtet und führte über das Tal der Uelenbeek (heute: Rinderbach). Im Volksmund prägte sich bald der Name „Saubrücke“ ein in Anlehnung an das unterhalb liegende Gelände beziehungsweise den alten, 1965 abgerissenen Hof „In der Sau“ (Sau = Sumpfgebiet).

„In der Sau“

Das Viadukt erreicht mit sieben Pfeilerbögen (Spannweite 20 Meter) eine Länge von 168 Meter und war mit der maximalen Höhe von 40 Metern die höchste Natursteinbrücke der ehemaligen preußischen Rheinprovinz. Die Bauarbeiten für die Nebenbahntrasse nördlich um Velbert begannen am 23. Juli 1913, die an der Saubrücke im Mai 1914 durch die Firma Polenski & Zöllner. Zuvor war eine Drahtseilbahn über das ganze Tal errichtet worden für das Baumaterial.

Der massive Brückenbau wurde im Außenmauerwerk mit Bruchsteinen ausgeführt, der Kern mit Beton verfüllt.

Die Saubrücke war im Jahr 1916 größtenteils fertiggestellt, bevor in diesem Jahr die Arbeiten auf der gesamten Strecke eingestellt wurden.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges ging der Weiterbau der Bahnstrecke nur mit Unterbrechungen voran, so dass diese erst am 15. Februar 1924 für den Güterverkehr und ein Jahr später, 1925, für den Personenverkehr in Betrieb genommen werden konnte.

Mit Beton verfüllt

Die Personenbeförderung endete 1960, und am 28. Dezember 1994 fuhr der letzte offizielle Güterzug über die Saubrücke.

Nach gründlicher Renovierung und Sicherung führt nun der am Wochenende eröffnete „Panoramaradweg Niederbergbahn“ über die alte Trasse.

 
 

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