Die Langenberger Altstadt soll fahrradfreundlicher werden

Harald Wiegand
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Die Aufhebung der Einbahnstraßenregelung für Radler auf Langenbergs Hauptstraße bleibt ein strittiges Thema. Im August berät eine Arbeitsgemeinschaft.

Langenberg.  Die Stadt für Passanten und Radler attraktiver machen: Diese Aufgabe hat sich die Velberter „Arbeitsgemeinschaft Fuß- und Radverkehr“ auf die Fahnen geschrieben. Im Mai 2014 ins Leben gerufen, treffen sich Vertreter des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), des Planungsamtes, der Technischen Betriebe Velbert (TBV) und der Velberter Straßenverkehrsbehörde regelmäßig, um über Verbesserungen nachzudenken. Und auch in Langenberg hat der Kreis da einiges auf der Agenda.

Am 18. August wird die Arbeitsgemeinschaft das nächste Mal tagen – und wohl auch über etliche Änderungsvorschläge beraten, die aus der Gruppe heraus aber auch von außen für Langenberg gemacht werden. Jan Schneider, Leiter der Velberter Straßenverkehrsbehörde, machte sich jetzt vor Ort ein Bild von der gegenwärtigen Situation – auch im Hinblick darauf, welche Änderungen nach seinem Dafürhalten tatsächlich machbar sind.

Widerstand vor allem von der Polizei

Wobei manche Änderungen auch bereits vollzogen wurden. So weisen Schilder die Donnerstraße – früher Tempo-30-Zone, inzwischen verkehrsberuhigter Bereich mit vorgeschriebener Schrittgeschwindigkeit – nun für Fahrradfahrer explizit als in beide Richtungen befahrbar aus. Vom Kraftfahrzeugverkehr hingegen darf die Donnerstraße zwischen Hauptstraße und den Garagen gegenüber der Brucher Schule nur in Richtung Wiemerstraße befahren werden. Eine Regelung, die Frank von Hagen (ADFC) gerne auch für den Hauptstraßenabschnitt in der Altstadt einführen würde. Doch der SPD-Politiker stößt damit auch auf Bedenken.

„Vor allem auf Seiten der Polizei gibt es gegen solche Überlegungen erheblichen Widerstand“, sagt Straßenverkehrsamtsleiter Jan Schneider. Die Polizei sei nämlich der Meinung, dass die Hauptstraße an vielen Stellen viel zu eng für einen Begegnungsverkehr zwischen Auto- und Radfahrern sei. „Man ist der Meinung, dass dann mehr Fläche freigehalten werden müsse“, so Schneider. Zwar sei das Parken der Autos unterhalb des Bürgerhauses inzwischen ja bereits wieder verboten. Aber auch einige Blumenkübel könnten einer solchen Regelung noch im Weg stehen.

Bedenken wegen der Fußgänger

Bedenken hegt Schneider auch gegen Überlegungen, die Hellerstraße, Langenbergs einzig „echte“ Fußgängerzone, für den Verkehr freizugeben. Zwar darf dort derzeit noch Anlieferungsverkehr stattfinden, jedoch nur vom Froweinplatz aus und nur zu bestimmten Zeiten. „Dieser Liefer- und Anwohnerverkehr muss ermöglicht werden, deswegen kommen Überlegungen, die Hellerstraße ganz für den Verkehr zu sperren, nicht in Betracht“, sagt Schneider.

Doch auch dem Radverkehr steht er dort skeptisch gegenüber. „Im oberen Teil ging es ja – aber im unteren Bereich der Hellerstraße, wo ich viel Fußgängerbetrieb habe, will ich die Fahrradfahrer lieber nicht drin haben“, erklärt er unumwunden. Und dass die Radfahrer ab Mitte Hellerstraße über den Kreiersiepen weiterfahren würden, wenn man dies vorschreibe – darauf könne man sich auch nicht verlassen.

Ein anderer Radweg wir derzeit zwar toleriert, kann aber nicht offiziell für Radfahrer freigegeben werden: die Unterführung vom Froweinplatz zur Vogteier Straße neben der Kirche. Schneider: „Die ist gerade mal zwei Meter hoch – das ist zu gefährlich, da haut sich ein Radler am Ende noch den Schädel ein.“