„Der Krieg vor unserer Haustür“

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In seinem zweiten Buch trug Jürgen Lohbeck „Ereignisse, Erlebnisse, Schicksale im Zweiten Weltkrieg in Velbert, Langenberg und Umgebung“ zusammen.

Langenberg..  Eigentlich, verrät Jürgen Lohbeck, haber er ja sein erstes Buch „Das vergessene Scheindorf in Velbert“ fortschreiben wollen. „Doch dann hat es so viele Reaktionen auf mein Buch gegeben, dass ich mich doch entschloss, ein weiteres zu schreiben“, erzählt der Heimatforscher. Und so erschien jetzt fast auf den Tag genau im Scala-Verlag Scheidsteger Lohbecks zweites Buch: „Der Krieg vor unserer Haustür.“

Und das nimmt den Mund nicht zu voll, wenn es im Untertitel dem Leser „Ereignisse, Erlebnisse, Schicksale im Zweiten Weltkrieg in Velbert, Langenberg und Umgebung“ verspricht. Wobei die Initiatzündung eindeutig auf Langenberger Zeitzeugen zurückgeht. Denn: „Durch mein Buch über das Scheindorf, das ja feindliche Bombenangriff von den Kruppschen Werken in Essen ablenken sollte, erzählte mir schließlich auch jemand von den beiden kanadischen Bombern, die über Langenberg abgeschossen worden waren.“

Während der erste Bomber überm Brink von einem deutschen Jagdflieger abgeschossen wurde, traf es die zweite „Halifax“ der Royal Canadian Airforce über Essen durch Flakfeuer. Bis zur Stadtgrenze Langenberger schaffte es der Bomber noch – dann stürzte er ab. Vier der sieben Besatzungsmitglieder kamen um, drei überlebten.

Nicht nur ihre Berichte, die Lohbeck in kanadischen Archiven aufspürte, finden sich im Buch des 51-Jährigen, der seit Jahren als ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Landschaftsverband Rheinland – Amt für Baudenkmalpflege – arbeitet. Auch mit Langenberger Zeitzeugen sprach der Velberter, der im Hauptberuf im Qualitätsmanagement tätig ist.

Auch ehemalige Flakhelfer interviewte Lohbeck, dem dann noch ein ganz besonderer historischer Coup gelang: Sich auf Zeitzeugenberichte stützend, fanden er und drei seiner Baudenkmalpflege-Mitstreiter im Bereich des Voßnackens tatsächlich jene Überreste des Halifax-Bombers, die damals nicht sofort eingesammelt und als Metallschrott in die Rüstungsindustrie zurückbefördert wurden. Etliche Fundstücke bargen die Heimatforscher – die sind ab Sonntag in Langenbergs Heimatmuseum zu sehen (s. nebenstehender Infokasten).

Mehr als 30 bislang unveröffentlichte Fotos und Dokumente zeigt Lohbecks Buch, nennt zahlreiche Details, die bislang unbekannt waren. Und mit noch etwas räumt der Velberter auf: Mit dem Mythos, der Krieg habe Langenberg und Velbert eigentlich kaum getroffen. Das widerlegen nicht nur die 14 Zeitzeugenberichte, die sich im Buch finden. Sondern auch die Berichte über zahlreiche Überfälle und Morde, die sich zum Kriegsende in und um Langenberg ereigneten.

 
 

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