Den Mariendom ertasten

Rechtzeitig zur Wallfahrtseröffnung fertig geworden: das Tastmodell des Mariendoms. Tamara Ströter , 2. Vorsitzende des Vereins Blinder und Sehbehinderter im Kreis Mettmann, kann sich jetzt ein Bild machen. Foto: Uwe Möller
Rechtzeitig zur Wallfahrtseröffnung fertig geworden: das Tastmodell des Mariendoms. Tamara Ströter , 2. Vorsitzende des Vereins Blinder und Sehbehinderter im Kreis Mettmann, kann sich jetzt ein Bild machen. Foto: Uwe Möller
Foto: WAZ FotoPool

Velbert-Neviges..  Der Chor singt, Sonnenstrahlen fallen durch die Kirchenfenster, der Geruch von Weihrauch hängt in der Luft, Kerzen verleihen ein feierliches Ambiente, das Orchester spielt, erfüllt den Dom mit Musik und Leben und das Glockengeläut rundet das Bild ab. Die Plätze sind fast alle besetzt – viele sind in den Nevigeser Dom gekommen, um gemeinsam die Wallfahrtszeit zu eröffnen.

„Der Erdkreis jubelt in österlicher Freude“, so drückt es der Münsteraner Weihbischof Wilfried Theising aus Xanten aus. In der Tat feiern die Besucher den Gottesdienst, singen, beten und tragen ihre Fürbitten vor. Es geht um die Marienverehrung, um die Schöpfung und Auferstehung. Theising meint: „Was wir im Herzen tragen, bringen wir hier zur Danksagung.“

Das Highlight nach Ende des Gottesdienstes: Die Segnung und Eröffnung des neuen Tastmodelles vom Nevigeser Mariendom. Vor zwei Jahren kam die Idee auf, ein solches Modell zu erstellen und damit Menschen mit Sehbehinderungen zu ermöglichen, das berühmte Bauwerk besser wahrzunehmen. Dank der Hilfe verschiedener Firmen konnte das Tastmodell rechtzeitig zur Wallfahrtseröffnung fertig gestellt werden. „Es ist schön, dass man das Gebäude an- und erfassen kann. Man kann teilhaben an dem, was die anderen sehen. Das gibt einem ein Stück Selbstständigkeit“, freut sich die zweite Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins für den Kreis Mettmann, Tamara Ströter. Sie fügt hinzu: „Außerdem weiß man, dass man mit dem Problem nicht alleine ist. Es ist schwierig, die Dimension des wirklichen Gebäudes zu erfassen, aber man kann sich ein relativ genaues Bild machen.“

In Blindenschrift

Der Mini-Dom macht sich gut neben seinem großen Vorbild, glänzt in der Sonne und zeigt viele Details, die man auf dem ersten Blick beim Original nicht erkennt. Die Inschrift auf dem Sockel, in Blindenschrift verfasst, gibt genauere Informationen über das Bauwerk. „Es ist schön, dass alles geklappt hat und das Modell nun endlich steht“, freut sich auch der Initiator dieses Projekts, Reiner De Bruyckere.

 
 

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