Brunnenbau scheitert an den Kosten

Bald fließt wieder Wasser: der alte Brunnen wird nun renoviert. Foto: Uwe Möller
Bald fließt wieder Wasser: der alte Brunnen wird nun renoviert. Foto: Uwe Möller
Foto: WAZ FotoPool
Verein Kinderstadt-Neviges gibt ehrgeiziges Projekt auf. Allein für die Platte wäre ein sechsstelliger Betrag fällig geworden.

Neviges. Sie hatten Spendengelder gesammelt, Pläne entworfen und über Materialien diskutiert. Alles umsonst. Bereits vor fast vier Jahren regte der Verein Kinderstadt-Neviges den Bau eines neuen Brunnens im Zentrum an. Dieser sollte ein „Spielplatz“ für die Kinder sein und gleichzeitig auch mehr Passanten in die Innenstadt locken. Nun kam jedoch das endgültige Aus.

Finanzielle Gründe zwangen die Initiatoren zur Aufgabe ihrer ehrgeizigen Pläne. Allein die bronzene Brunnenplatte, für deren künstlerischen Entwurf Reiner de Bruyckere verantwortlich ist, sollte je nach Angebot zwischen 90 000 und 120 000 Euro kosten – plus Mehrwertsteuer. „Dass wir für den Brunnen mehr Geld in die Hände nehmen müssen und die Umsetzung schwerer ist als bei einem Spielgerät aus dem Katalog, war uns klar, aber mit einer solchen Kostenexplosion hat keiner gerechnet“, erklärt die Vereinsvorsitzende Christiane Windgassen.

Ausgabe kann nicht gerechtfertigt werden

Ihr Mitstreiter Emil Weise erklärte, dass alle davon ausgegangen waren, für die Platte 20 000 bis 30 000 Euro aufzubringen. Sie lagen deutlich daneben. „Wir können solche Ausgaben nicht mehr rechtfertigen. Gerade in einer Zeit, in der in Langenberg ein Schwimmbad aus Kostengründen geschlossen wird“, sagt der Christdemokrat Weise und fügt hinzu: „Natürlich sind wir alle sehr traurig.“

Auch die Technischen Betriebe Velbert (TBV) bedauern das Aus für den „Navigisa“-Brunnen. „Der hätte schon was hergemacht“, sagt TBV-Vorstand Ralph Güther. Der Entwurf für den im Durchmesser 5,5 Meter großen Brunnen mit einem Miniatur-Schloss Hardenberg in der Mitte hatte ihn vollends überzeugt, der Preis allerdings überhaupt nicht. „Wir hatten uns ein Limit gesetzt, doch das, was die drei von uns angeschriebenen Gießereien verlangen, hätte den Rahmen total gesprengt“, so Güther.

Trotzdem will er ein Ende der Trockenzeit einläuten. „Wir werden den alten Brunnen instand setzen. Das Wasser soll wieder sprudeln“, kündigt Güther an. Jetzt schauen sich er und seine Kollegen zunächst die betagten Pumpen an, bevor sie den Hahn wieder aufdrehen können.

Die Spendengelder, die zum Großteil von der Sparkasse stammen, versauern jetzt aber nicht auf einem Konto. „Wir haben noch eine nennenswerte Summe an nicht zweckgebundenen Spendengeldern, die wir für den Brunnen eingeplant hatten. Diese werden wir jetzt zeitnah für andere Projekte in Neviges einsetzen“, betont Alexandra Gräber, 2. Vorsitzende des Vereins Kinderstadt-Neviges. Los soll es mit zwei Spielgeräten gehen, die an zwei Kindergärten im Stadtgebiet gespendet werden. „Der Verein wird weitere Aktivitäten verfolgen, allerdings nicht mehr in der Größenordnung wie beim Brunnen“, sagt dazu Emil Weise.

 
 

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