Brückentage zum Nulltarif

Norbert Bröcker aus Essen genießt seinen Kaffee auch in Velbert. Bild : Detlev Kreimeier
Norbert Bröcker aus Essen genießt seinen Kaffee auch in Velbert. Bild : Detlev Kreimeier
Foto: WAZ FotoPool
Gute Luft, einen schönen Ausblick und relativ viel Erholung – das schätzen die Wohnmobil-Touristen an Velbert. Leute aus dem Ruhrgebiet nehmen die Stellplätze in Beschlag, aber auch Niederländer und Schwarzwälder.

Velbert. Morgens halb zehn an der Saubrücke. Norbert Bröcker lugt aus seinem Wohnmobil und zieht dabei genüsslich an einer Zigarette. Hier auf dem Schotterparkplatz fühlt sich der Essener wohl, hier quartiert er sich mehrmals im Jahr ein. „Ich bin schon von Anfang an dabei“, erzählt der 59-Jährige.

Vor knapp zwei Jahren wurde der Platz mit seinen sechs Stellplätzen eingeweiht, kurz nach der Eröffnung rollte Bröcker erstmals an. Er kommt nun öfter – auch weil das Geld nicht mehr so locker sitzt. „Seitdem die Spritpreise so hoch sind, lohnt es sich nicht mehr, für ein paar Tage zur Nordsee zu fahren“, erklärt der Frührentner. Die Velberter Brückentage bekommt Bröcker fast zum Nulltarif – nur für Frischwasser und Strom muss er zahlen.

Und dafür hat er fast alles, was er zur Erholung braucht. „Gute Luft, einen schönen Ausblick und relativ viel Ruhe“, listet Bröcker auf, bevor er zum Kritikpunkt kommt. „Wenn die jungen Leute die Reifen ihrer Autos durchdrehen lassen, ist das schon nervig. Außerdem staubt es dann hier ganz schön.“

Die Tür des benachbarten Wohnwagens geht auf. Klaus Huch tritt heraus, um mit seinem Kumpel etwas zu klönen. Der Recklinghäuser ist noch kein erfahrener Saubrücken-Camper, er verbringt nun zum zweiten Mal ein paar Tage in Velbert. „Ich bin jetzt Rentner, meine Frau arbeitet aber noch. Was soll ich da den ganzen Tag zu Hause sitzen?“, fragt Huch. Dann doch lieber das Wohnmobil vollpacken und ein paar Tage nach Velbert fahren. Von der Saubrücke aus bricht Klaus Huch zu ein paar Motor-roller-Touren im Niederbergischen auf. Sein Nachbar kundschaftet seine Umgebung hingegen mit dem Fahrrad aus.

Es gibt aber nicht nur Leute aus dem Ruhrgebiet, die sich ein paar Tage Velbert gönnen. Auch ein Caravan aus den Niederlanden und einer aus dem Schwarzwald stehen jetzt an der Saubrücke. So können sich Norbert Bröcker und Klaus Huch abends über weitere Gesellschaft freuen.

Allerdings ist die gemeinsamen Zeit im Schatten der Saubrücke endlich – drei Tage dürfen die Camper maximal bleiben. „Das ist aber auch genug“, schmunzelt Norbert Bröcker. Dann geht er zur Abendplanung über: „Heute gibt es Gyros, ich habe noch Schafskäse im Kühlschrank.“

 
 

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